Schwerin Singt : Chordirektor nimmt Abschied

Ulrich Barthel ist der Vater der Großveranstaltungen „Schwerin singt“, die hunderte Sangesfreudige zusammenführte.
Ulrich Barthel ist der Vater der Großveranstaltungen „Schwerin singt“, die hunderte Sangesfreudige zusammenführte.

Der langjährige Chef der Schweriner Singakademie Ulrich Barthel verlässt mit der Aufführung des Brahms-Requiems die Bühne.

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17. November 2017, 20:45 Uhr

Ulrich Barthel ist tausenden sangesfreudigen Schwerinern als Vater der Großveranstaltungen „Schwerin singt“ ein Begriff. Als Chordirektor des Mecklenburgischen Staatstheaters hat er zudem ein Jahrzehnt die Geschicke eines fast hundertköpfigen semiprofessionellen Chores, der Schweriner Singakademie, geleitet. Jetzt verabschiedet er sich mit einem Paukenschlag von der Bühne: Als Meisterstück bringt er mit seinem Chor und Sängern aus befreundeten Ensembles das Deutsche Requiem von Johannes Brahms im Großen Haus auf die Bühne.

„Dieses Konzert ist ein schöner Schlusspunkt meiner Tätigkeit am Mecklenburgischen Staatstheater“, sagt Barthel. „Ich freue mich sehr darauf. Schon bei den Proben hat sich gezeigt, dass es eine wirklich besondere Aufführung wird.“

Das war auch so geplant. Denn mit dem Konzert am heutigen Sonnabend feiert die Schweriner Singakademie ihr 40-Jähriges Bestehen. Insgesamt werden 150 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne stehen. Denn der Extrachor des Staatstheaters mit seinen rund 90 Mitgliedern wird von Chören aus Suhl und Meinigen sowie der Mecklenburgischen Staatskapelle unterstützt.

So viele Sänger standen schon lange nicht mehr auf der Bühne des Theaters, im Zuschauerraum indes waren es in den vergangenen drei Jahren durchaus noch deutlich mehr. Denn Chordirektor Barthel hatte als Erfinder der offenen Sangesveranstaltung „Schwerin singt“ mehrfach hunderte sangesfreudige Bürger ins Theater, aber auch auf den Alten Garten und an andere Orte eingeladen. Die Ursprungsidee war, das Jubiläum „200 Jahre bürgerlicher Chorgesang in Schwerin“ im Jahre 2014 musikalisch zu würdigen, erzählt Barthel. Und tatsächlich versammelten sich mehr als 500 Sänger mit der Singakademie und dem Opernchor an der Spitze und unterstützt von der Staatskapelle in der Sport- und Kongresshalle zum gemeinsamen Singen. „Die Begeisterung der Teilnehmer war unbeschreiblich“, erinnert sich Barthel, „und der Wunsch war groß, weiterhin gemeinsam etwas zu unternehmen. Also haben wir mehrmals im Jahr zu ,Schwerin singt‘ eingeladen.“

Das endet nun. Da Barthels Vertrag als Chordirektor des Theaters auslief und nicht verlängert wurde, wechselte er als Musiklehrer zur Astrid-Lindgren-Schule. „Meine neue Arbeit nimmt sehr viel Zeit und Energie in Anspruch, so dass ich zusätzliche Projekte nicht mehr schaffe“, erklärt er. Und Nachfolger für die Leitung der öffentlichen Sangesveranstaltungen hätten sich bislang nicht gefunden, berichtet er.

Das Großprojekt „Requiem“ mit der Singakademie, an dem er schon seit fast einem Jahr gearbeitet hat, will Barthel aber noch zum krönenden Abschluss bringen. Die Aufführungen beginnen am Sonnabend um 19.30 und am Sonntag um 16 Uhr.

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