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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. August 2017 | 16:05 Uhr

Sülstorf : Chor löst sich auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

45 Jahre lang leitete Inge Appel die Sangesgemeinschaft, jetzt findet sich kein Nachfolger

Die „Lindensänger“ gibt es künftig nicht mehr. Der Chor aus Sülstorf löst sich auf. Falls nicht noch ein Wunder geschieht. Und an Wunder glaubt Inge Appel nicht. Sie gibt die Leitung des Chores ab und ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin findet sich nicht. Das sei sehr schade, so Inge Appel, „aber nicht zu ändern“. Mit 76 Jahren möchte sie jetzt kürzer treten. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass man einen Chor nicht so nebenbei leiten kann. „Das kostet Kraft. Man muss sich auf die Proben, auf die Auftritte gut vorbereiten, wenn alles Hand und Fuß haben soll.“

Und das hatte es all die Jahre bei Inge Appel. Der Sülstorfer Bürgermeister Horst Busse habe sich immer gefreut, so sagt er, wenn der Chor der Gemeinde das kulturelle Leben in den Dörfern der Gemeinde bereichern konnte. Er sang zu Jubiläen oder zu anderen freudigen Ereignissen. „Schade, dass wir künftig auf den Chor verzichten müssen. Wir hätten es gern gesehen, wenn es weitergegangen wäre. Aber wir müssen die Entscheidung respektieren.“

Am Wochenende gab der Chor sein letztes Konzert. Es fand im völlig überfüllten Saal der Gaststätte „Bauernstube“ in Sülstorf statt. Als Gastchor hatten sich die „Lindensänger“ den gemischten Chor Rastow eingeladen. Beide Chöre traten in der Vergangenheit immer mal wieder gemeinsam auf. Doch diesem Auftritt sahen die Rastower auch mit etwas Wehmut entgegen. „Schade“, so erklärte der Rastower Helmut Steuer, „dass dies tatsächlich der letzte Auftritt mit euch sein soll.“ In dem Lied „Lebewohl“ widmeten die Rastower die letzten zwei Strophen dem Wirken der Chorleiterin Inge Appel. Die Sülstorferin hat 45 Jahre lang den Chor geleitet, ihn seinerzeit aus der Taufe gehoben. Die 76-Jährige erinnert sich: Wir waren anfangs ein reiner Frauenchor, das änderte sich im Laufe des Gründungsjahres. Zum Schluss waren wir 24 Sängerinnen und 4 Sänger.“

Auf ihre Männer-Stimmen waren die Frauen immer stolz. Das betonte Sängerin Ines Schmidt beim Abschieds-Konzert. Mit Liedern wie „Morgenglocken klingen“, „Wie ist die Welt so schön“ oder „Der kleine Kuckuck“ zeigten die Sängerinnen und Sänger noch einmal ihr breites Repertoire. Ein spezielles Lied gab es natürlich auch: Nach der Melodie von „Freude, schöner Götterfunken“ sangen die Sülstorfer einen eigenen Text. Für ihre Sangeskunst zollten die Gäste ihnen wie auch den Rastowern großen Applaus. Im Anschluss luden die „Lindensänger“ ihre Gäste zu einem Empfang ein. Dabei wurde auch an so manche Episode aus der Geschichte des Chores erinnert.

Wer von den „Lindensängern“ weiterhin gern in einem Chor singen möchte, sei bei den Rastowern willkommen, sagte Steuer. Und auch für Inge Appel, der einstigen Musiklehrerin, bleibt das Singen ein schönes Hobby: Sie singt weiterhin im Chor der Chorleiter von Südwestmecklenburg mit.

 

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erstellt am 29.Apr.2014 | 15:00 Uhr

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