Kreuzfahrer in Schwerin : „Castle Tour“ mit roter Grütze

Start am Anleger in Zippendorf: Mit der Weißen Flotte schipperten die Ausflügler vom Kreuzfahrt-Schiff „Regal Princess“ in Richtung Schloss. Neben dem Bummel durchs Märchenschloss stand auch eine Stadtrundfahrt auf dem Programm.   Fotos: Reinhard Klawitter (2)
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Start am Anleger in Zippendorf: Mit der Weißen Flotte schipperten die Ausflügler vom Kreuzfahrt-Schiff „Regal Princess“ in Richtung Schloss. Neben dem Bummel durchs Märchenschloss stand auch eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Fotos: Reinhard Klawitter (2)

Ostsee-Kreuzfahrer machen Ausflug nach Schwerin: Amerikaner Ron Schuldt sucht Spuren seiner mecklenburgischen Vorfahren

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17. August 2015, 08:00 Uhr

Er liebt bayrisches Bier, Bratwurst und Sauerkraut. Ron Schuldt ist ein waschechter Amerikaner – mit deutschen Wurzeln, mecklenburgischen Wurzeln. Sein Urgroßvater – great-grandfather – Johann Joachim Carl Schuldt wurde 1828 in Bresegard im heutigen Landkreis Ludwigslust-Parchim geboren, lebte später als Farmer in Iowa. Der Urenkel aus Littleton, einem Vorort von Denver im US-Bundesstaat Colorado, wandelte jetzt auf den Spuren seines Vorfahren. Viel Zeit für die Ahnenforschung hatte Ron Schuldt allerdings nicht. Gerade mal ein paar Stunden dauerte sein Aufenthalt in Schwerin, wo er einen Zwischenstopp auf einer Ostsee-Kreuzfahrt einlegte.

So kam der 66-Jährige auch nicht allein in die Landeshauptstadt. Neben seiner Frau Virginia brachte er noch rund 90 weitere Passagiere der Regal Princess mit, die für einen Tag in Warnemünde festgemacht hatte. Per Bus trafen die Urlauber, überwiegend Amerikaner, aber unter anderem auch Kanadier und Neuseeländer, am Schiffsanleger in Zippendorf ein.

Mit der Weißen Flotte schipperten sie dann Richtung Schloss – auf „Castle Tour“. Eine angenehme Aufgabe für Schiffsführer Henri Puls und sein Team. Freundlich und unkompliziert, so seien die internationalen Gäste mit ihren stets klickenden Fotoapparaten.

Nach der Ankunft am Schloss-Anleger ging es für die Kreuzfahrer zu Fuß oder mit dem Petermännchen-Bus weiter. Stadtbummel und Schloss-Besichtigung standen auf dem Programm. Das Mittagessen wurde im Wallenstein und im Weinhaus Wöhler serviert. Für Ron Schuldt und seine Frau war es bereits die zweite Schwerin-Visite. In den 90er-Jahren waren die beiden schon einmal in der Landeshauptstadt. Auch damals hatten sie bereits nach Spuren von Rons Vorfahren gesucht. „Aber der Name Schuldt ist nun mal sehr verbreitet, da findet man nur schwer einen konkreten Hinweis“, erklärte Ron Schuldt.

Gestärkt mit Schweinebraten und Mecklenburger Roter Grütze und erfüllt mit Eindrücken aus der Heimat seiner Ahnen trat der 66-Jährige schließlich die Rückfahrt nach Warnemünde an. Insgesamt knapp zwei Wochen dauert die Kreuzfahrt, die Ron, seine Frau und die anderen mehr als 3000 Gäste der Regal Princess auch nach Kopenhagen, Oslo, Tallinn, St. Petersburg, Helsinki und Stockholm führt.

Bei ihrer Tour nach Schwerin wurden die Passagiere von mehreren so genannten Guides begleitet. Kati Jaeger und die anderen Reiseführerinnen lotsten die Ausflügler durch das kompakte Besuchsprogramm. „Wir möchten, dass die Gäste richtig Spaß haben“, sagte Jaeger. Alle Besucher fühlten sich sehr wohl, betonte sie.

Zufrieden war auch Andreas Rosin, der Verkaufsleiter der Weißen Flotte. Regelmäßig steuerten internationale Kreuzfahrer aus Warnemünde per Bus die Anleger der Flotte in Schwerin an. „Wir können den Gästen schließlich etwas ganz Besonderen bieten“, so Rosin. „Den Blick auf unser Schloss vom Wasser aus.“ Und diesen Blick wird ganz bestimmt auch Ron Schuldt aus Litt-leton/Colorado so schnell nicht vergessen. Wer ihm bei der Ahnenforschung behilflich sein möchte: Der 66-Jährige freut sich über Zuschriften an die E-Mail-Adresse RonSchuldt@msn.com.

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