Drogenfund : Cannabis-Plantage im Kleiderschrank

Cannabis-Funde gehören in Schwerin  inzwischen  zum Tagesgeschäft.
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Cannabis-Funde gehören in Schwerin inzwischen zum Tagesgeschäft.

Die Polizei hat 40 Hanfpflanzen in einer Wohnung am Obotritenring entdeckt. Eine aufmerksame Bürgerin hatte sich über den strengen Geruch gewundert.

svz.de von
14. Juni 2014, 08:00 Uhr

Eine aufmerksame Bürgerin hatte sich über den strengen Geruch gewundert, der aus einer Wohnung im Obotritenring kam und die Polizei informiert. Die Beamten wurden fündig: Sie stellten etwa 40 üppige Hanfpflanzen sicher, die ein 23-jähriger Schweriner in einem umgebauten Kleiderschrank gezüchtet hatte. Der Mann musste mit zur Wache, ist jetzt wieder auf freiem Fuß. Ob die Menge ausreicht, um aus dem Fall einen „Verbrechenstatbestand“ zu machen, stellt sich erst noch heraus. Jetzt müssen die Pflanzen erst bei der Polizei trocknen, dann wird der THC-Anteil ermittelt. THC steht für Tetrahydrocannabinol und ist der hauptsächlich rauschbewirkende Bestandteil der Hanfpflanze. Erst wenn der Wert mehr als 7,5 Gramm beträgt, wird aus einem kleinen ein großes Delikt. Kriminalhauptkommissar Jörg Mäder ist in Schwerin für den Bereich Drogen zuständig. Cannabis-Pflanzen zu finden, gehöre auch hier mittlerweile zum Tagesgeschäft. Meist werden wenige Gewächse – für den Eigenbedarf – aus den Wohnungen geholt. Der jüngste Fund deute jedoch auf Verkaufsabsichten hin. Nach Mäders ersten Schätzungen könnten daraus 200 Gramm Marihuana gewonnen werden. Das Gramm werde aktuell für etwa zehn Euro auf dem Schwarzmarkt gehandelt.

Cannabis-Pflanzen findet die Polizei nicht nur in Wohnungen, sondern auch in abgelegenen Kleingärten, auf Wiesen oder Feldern. Oft werden diese beim Gassi-Gehen von Hund und Herrchen entdeckt und angezeigt. In verlassenen Gutshäusern oder landwirtschaftlichen Anlagen werden in extra gefertigten Holzverschlägen zum Teil professionelle Plantagen betrieben. Das Gefährliche dabei: Die Hanfzucht im Verborgenen braucht viel Licht und hohe Wattzahlen. In illegalen Großanlagen würden dazu oft Baustromaggregate benutzt, in Wohnungen werde oft beim Nachbarn geklaut, damit die Energie-Rechnung nicht den Verdienst übersteigt, so Mäder. Die Landespolizei hat einen Flyer herausgegeben, der über Verdachtsmomente und Gefahrenquellen aufklärt.

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