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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 13:31 Uhr

Wasserprobe : Cambser See lädt zum Baden ein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sigrun Höhne kontrolliert die Wasserqualität: In Langen Brütz beste Bedingungen – im Schweriner See aber vermehrt Zerkarien

svz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Sigrun Höhne ist in Eile. 19 Badestellen muss sie an diesem Tag aufsuchen und die Wasserqualität kontrollieren. Normalerweise sind es an die zehn Badeorte, die die Hygiene-Inspektorin vom Fachdienst Gesundheit der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim an einem Tag anfährt. Aber am nächsten Tag ist sie nicht im Dienst, deshalb müssen die Kontrollen ausnahmsweise alle an einem Tag erfolgen.

Von Demen kommend steuert sie die Badestelle am Cambser See in Langen Brütz an. „Hier muss ich aufpassen. Der alte Badesteg aus Holz ist gegen einen Kunststoff-Ponton ausgewechselt worden. Es schaukelt leicht und wenn es nass ist, kann man mit Schuhen schnell mal ausrutschen“, sagt sie. Doch die Gefahr besteht jetzt nicht. Es sind 24 Grad Lufttemperatur. Genauso warm ist das Wasser. Sigrun Höhne hat nachgemessen. „Es sind exakt 24,2 Grad Wassertemperatur.“ Nicht nur der Cambser See hat eine angenehme Wassertemperatur. Auch die anderen Gewässer sind zwischen 22 und 24 Grad warm.

Inzwischen hat die Parchimerin vom Ponton aus auch den pH-Wert des Wassers bestimmt: Das Gerät zeigt 8,3 an. „Völlig in Ordnung.“ Überhaupt, so meint sie, seien die Seen in einem guten Zustand. „Wir untersuchen das Wasser in erster Linie auf mikrobiologische Verunreinigung, kontrollieren, ob andere Organismen wie Algen oder Zerkarien vorhanden sind.“ An den meisten Badestellen sei alles okay. Nur bei drei Badestellen konnten vermehrt Zerkarien, das sind Larven von Saugwürmern, die sich unter die Haut des Badenden bohren, nachgewiesen werden. Es handelt sich um die Badestellen auf der Liegewiese und dem Campingplatz in Flessenow sowie auf dem Campingplatz Retgendorf – alle drei am Schweriner See. Im Wasser seien die Larven so nicht zu sehen, erläutert Sigrun Höhne, aber nach dem Baden bilde sich ein Hautausschlag, der mit Juckreiz einhergeht. Das ist für den Betroffenen unangenehm, erklärt die Kontrolleurin. Der Ausschlag zeige sich schon nach einer halben Stunde und bildet sich erst nach einer Woche wieder zurück.

Dass jetzt vermehrt Zerkarien zu verzeichnen sind, hänge mit den hohen Temperaturen zusammen. Die Larven würden sich bei warmem Wetter schnell vermehren. Eine akute Gesundheitsgefährdung bestehe aber nicht, so Höhne. Die Badegäste an den drei genannten Badestellen werden auf diese Besonderheit hingewiesen, betont die Hygiene-Inspekteurin. Warum ausschließlich Badestellen am Schweriner See von erhöhtem Zerkarienbefall betroffen sind, weiß sie nicht.

Mit Blaualgen gäbe es in diesem Jahr hingegen noch keine Auffälligkeiten, sagt sie. Andernfalls würde Sigrun Höhne weitere Proben ziehen und gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz der Badenden festlegen – in Absprache mit den regional zuständigen Ordnungsämtern.

Bei der Vor-Ort-Kontrolle schaut sie sich auch die Badewiese an. Ist sie verschmutzt, quellen die Papierkörbe über? Mitunter genüge ein kleiner Tipp, so sagt sie, damit die Plätze sauber bleiben.

In Langen Brütz hat Sigrun Höhne an diesem Tag keine Beanstandungen. Die kleinen Schaumkronen, die sich am Ufer des Sees bilden, seien Algen-Eiweiß, völlig ungefährlich. Angeschwemmte Reste von Schilf oder anderer Unrat können mit einer Harke herausgeholt werden. Sigrun Höhne: „Es macht immer einen guten Eindruck, wenn es sauber und gepflegt aussieht.“

Bis Mitte September kontrollieren Sigrun Höhne und ihre Kollegin Sylvia Kraeplin 54 Badeseen im Altkreis Parchim. Um die Seen aufzusuchen, muss jeder an einem Kontrolltag eine Runde von 150 Kilometern fahren“, sagt die Pachimerin. Erfreulich sei, dass sich die Gemeinden für gute Badebedingungen einsetzen – und das über Jahre konstant und mit großem Aufwand. In Langen Brütz zum Beispiel wurden die Sanitäranlagen erneuert. Zudem gibt es jetzt eine Imbiss-Möglichkeit. Allerdings ist die Badestelle nicht mehr mit Rettungsschwimmern gesichert. Der Gemeinde bzw. der Pächterin sind die Kosten zu hoch.

 

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