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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. August 2017 | 03:12 Uhr

Fusion : Cambser Schul-Zusammenlegung auf Kurs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zum neuen Schuljahr sollen Grund- und Regionalschule organisatorisch verschmelzen, laut Ausschusschef ändert sich für die Kinder nichts

„Wir sollten nicht das Trennende in den Vordergrund stellen, uns verbindet sehr viel. Wir sollten nach vorn schauen.“ Dieser Appell von Catrin Ulrich brachte am Mittwochabend die Stimmung auf der Informationsveranstaltung für die Eltern der Grund- und der Regionalschule in Cambs auf den Punkt. Deren Zusammenlegung soll zum neuen Schuljahr erfolgen. Vor allem die Eltern von Grundschülern hatten Bedenken, dass die Kleinen Nachteile in Kauf nehmen müssen.

Dem widersprach Frank-Rainer Müller. Der Cambser Bürgermeister ist Vorsitzender des Schulausschusses, der zu Jahresbeginn diese Fusion beschlossen hatten. „Es handelt sich um eine rein organisatorische Zusammenlegung, für die Kinder ändert sich nichts. Der Unterricht läuft im gewohnten Rahmen weiter.“ Doch die Eltern fühlten sich bislang schlecht informiert, vom engen Zeitplan überrollt. Kritik, die Müller und die ebenfalls anwesenden Bürgermeister der zum Schulbereich Cambs gehörenden Gemeinden nachvollziehen konnten. Doch die Kommunalpolitiker sahen sich zum Handeln gezwungen, weil es zwischen Land und Landkreis eine Debatte um die Bestandsfähigkeit der Regionalen Schule gab. Darin ging es um angeblich zu geringe Schülerzahlen an der Regionalen Schulen in den Eingangsklassen, sprich den neuen fünften Klassen. Grundlage dafür waren jedoch alte und zu niedrige Prognosen (SVZ berichtete). Die Schülerzahlen an beiden Schulen reichen, sie sind nicht gefährdet. Inzwischen hat das Kultusministerium das bestätigt. Doch die Bürgermeister wollten diese Debatte endgültig beenden und zukunftsfähige Strukturen am Schulstandort Cambs schaffen, hob Müller hervor.

Dafür stehen erste Eckpunkte. So wird Heike Grimm, Direktorin der Regionalen Schule, nach der Fusion die Verantwortung für beide Schulteile mit zusammen rund 300 Schülern übernehmen. Grit Gürtler, die stellvertretende Grundschulleiterin, wird Koordinatorin für die Klassenstufen eins bis vier. Grundschulleiterin Irene Lange wechselt auf eigenen Wunsch an eine andere Schule. Die Schulsekretariate bleiben bestehen, arbeiten jedoch eng zusammen. Aus Reihen der Eltern kam zudem die Forderung, dass der Unterrichtsausfall an der Grundschule reduziert werden muss. Ein Punkt, den Heike Grimm auf ihre Agenda setzen will.

Auch auf dem Genehmigungsweg ist die Fusion einen Schritt weiter. Der Bildungsausschuss des Kreistags Ludwigslust-Parchim stimmte dem Vorhaben zu Wochenbeginn zu. Anfang Juni kommt das Thema in den Kreistag, der den Schulentwicklungsplan entsprechend ändern soll.

Catrin Ulrich steht übrigens persönlich für das Verbindende: Die Lehrerin ist Mutter eines Grundschulkindes und unterrichtet an der Regionalen Schule. Ihr großer Wunsch: ein Theaterabend, bei dem Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam auf der Bühne stehen.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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