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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. August 2017 | 11:18 Uhr

Cambser Pläne : Cambs setzt auf Bio-Energie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gemeinde lässt Machbarkeitsstudie erarbeiten und informiert am 20. Juli Einwohner über Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energie

Die Gemeinde Cambs prüft, ob sie Bioenergie-Region werden kann. Ziel ist es, den überwiegenden Anteil der Strom- und Wärmeversorgung auf die Basis von erneuerbaren Energien umzustellen und letztlich daraus Einnahmen zu erwirtschaften. Denn das Geld ist knapp, die Gemeindekasse so gut wie leer, erklärt Bürgermeister Frank-Rainer Müller. Als Bioenergie-Region bestehe die Möglichkeit, Geld zu verdienen, das in der Gemeinde bleibt. Eine Prüfung sei es allemal wert, so Müller.

Die Gemeinde selbst verfügt über keine größeren Gebäude, auf denen Solaranlagen installiert werden können. Sie müsse andere Wege finden, um aus erneuerbaren Quellen Strom und Wärme zu gewinnen – und diese Energien den Einwohnern anzubieten.

Schon vor zwei Jahren wurde ein Zukunftsausschuss der Gemeindevertretung gebildet. Ihm gehören drei Gemeindevertreter an: Johannes von Niebelschütz, Dr. Mirko Lunau und Hans Berckemeyer sowie die zwei sachkundigen Bürger Jörg Falk (Vorsitzender) und Carsten Vandreier. Wichtigste Aufgabe: Es soll ein Leitbild für die nahe Zukunft der Gemeinde erarbeitet werden. Ein Schwerpunkt dabei ist die Energieversorgung. Jetzt werden erste konkrete Schritte geplant. Die Gemeinde hat der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Leezen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese hat als Partner das Projektierungsbüro Trigenius aus Wismar ins Boot geholt. Es soll geklärt werden, wie viel Energie in der Gemeinde verbraucht wird, also wie hoch der Bedarf derzeit ist. In einem weiterem Schritt geht es darum, zu schauen, welche Ressourcen ganz konkret genutzt werden können, erklärt Johannes von Niebelschütz. Es sollen alle Arten der erneuerbaren Energie betrachtet werden. Neben Grünschnitt und Hackschnitzel können das Windenergie aber auch Sonnen- und Wasserkraft sein. „Das wird völlig wertfrei aufbereitet“, betont Dr. Mirko Lunau.

Wissen wolle man auch, so Bürgermeister Müller, wie sich die Gemeinde entwickeln werde. Denn allen Beteiligten geht es darum, die Gemeinde für die Zukunft attraktiv zu gestalten. Deshalb beschäftigte sich der Ausschuss nicht nur mit der Energiefrage, sondern insgesamt mit der gemeindlichen Entwicklung. Die Machbarkeitsstudie kostet 20  000 Euro. 15  000 Euro davon sind Fördermittel. Die Cambser gehen davon aus, dass sie Ende dieses Jahres vorliegt. Vorher aber schon soll ein Fragebogen vorliegen, daran arbeitet die Landgesellschaft derzeit. Fragebögen werden in den nächsten Wochen in die Briefkästen gesteckt, die Einwohner gebeten, sie sorgsam zu beantworten. Es sind Fragen wie diese: Wie hoch ist Ihr Energieverbrauch bzw. Ihr Wasserverbrauch? Heizen Sie mit Öl, Gas oder Holz? Planen Sie eine neue Heizung? Die Angaben unterliegen dem Datenschutz. Je mehr Einwohner bei der Aktion mitmachen, je besser lassen sich Rückschlüsse ziehen, betont Dr. Lunau.

Um drei Schwerpunkte geht es in der Machbarkeitsstudie: Erhebung des jetzigen Energieverbrauchs, welche Potenziale gibt es und welche Empfehlung – technischer und wirtschaftlicher Art der Erschließung – kann gegeben werden.

Die Aktion sei ergebnisoffen. Die Einwohner sollen in diesen Prozess einbezogen werden. Deshalb wird zu einer Einwohnerversammlung eingeladen. Diese findet am Mittwoch, 20. Juli, um 19 Uhr im Gemeindezentrum in Cambs auf dem Sportplatz statt.



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erstellt am 16.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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