Kommentar : Caffier und die Punker

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15. Juli 2014, 14:58 Uhr

Respekt für „Feine Sahne Fischfilet“. Die Punkband ist auch in diesem Jahr wieder dick im Verfassungsschutzbericht vertreten. Gleich zweieinhalb Seiten Aufmerksamkeit schenkt der Geheimdienst den politisch linksorientierten Jungs aus Greifswald und Rostock. Von so viel Beachtung durch den Verfassungsschutz können Nazi-Bands nur träumen. Der gesamten rechtsextremen Musikszene im Land mit ihren insgesamt zehn Bands gönnt die Behörde ebenfalls nur zweieinhalb Textseiten.

Wer redet da von Schieflage? Der Feind steht rechts? Seit Ende 2012 führen das Schweriner Innenministerium und „Feine Sahne Fischfilet“ verschiedene Verwaltungsrechtsstreitigkeiten vor Gericht über die Frage, ob die Band in den Verfassungsschutzbericht gehört oder nicht. Und weil Innenminister und Orgelpianist Lorenz Caffier (CDU) bereits in zwei Eilverfahren gewonnen hat und gern den Mecklenburger Dickschädel gibt, tauchen die Punkmusiker wieder und wieder in Veröffentlichungen des Innenministeriums auf – ob verdient oder nicht.

„Feine Sahne Fischfilet“ sollte dem Hobbymusiker Caffier dankbar sein. Ohne seine tatkräftige mediale Unterstützung würden wohl nur wenige außerhalb der linken Szene die Band kennen.

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