Nahverkehr Schwerin : Busdebatte: Noch kein Halt in Sicht

Protest an der Bushaltestelle: Die Hundorfer wollen, dass es bei der guten Anbindung der Gemeinde Seehof ans Schweriner Nahverkehrsnetz bleibt.
Protest an der Bushaltestelle: Auch die Hundorfer wollen, dass es bei der guten Anbindung der Gemeinde Seehof ans Schweriner Nahverkehrsnetz bleibt.

Einwohner von Seehof und Lübstorf wenden sich mit offenen Brief an Landrätin

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22. November 2015, 21:00 Uhr

Der Ton in der Diskussion um den neuen Nahverkehrsplan in Nordwestmecklenburg in den Gemeinden Seehof und Schwerin hat sich verschärft. Es gibt weiterhin lautstarke Kritik am neuen Nahverkehrskonzept und der Streckenübernahme in beiden Gemeinden durch den kreiseigenen Verkehrsbetrieb Nahbus. Die Konzessionen waren ausgelaufen. Ein Kreistagsbeschluss vom Januar fordert einen neuen Nahverkehrsplan mit dem Ausbau des Busverkehrs. Der Nahverkehr Schwerin (NVS) hatte das Nachsehen.

Eine Einwohnerversammlung Anfang November sollte Klarheit bringen – bewirkte aber eher das Gegenteil. Zahlreiche aufgebrachte Bürger machten ihrem Unmut Luft, Fragen blieben unbeantwortet und die Einwohnerversammlung in Seehof wurde abgebrochen. Ein neuer Termin mit kompetenten Ansprechpartnern wurde von Seiten der Gemeinde und des Landkreises zugesichert. Knapp drei Wochen sind vergangen, doch ein neuer Termin steht noch aus.

Die Wut der Bürger ist aber nicht verklungen. Ganz im Gegenteil: Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet. Über eine Unterschriftensammlung dokumentiert sie, dass „die Bürger nicht bereit sind, sich auf risikobehaftete Experimente einzulassen“, erklärt Bernhard Schierer von der Initiative. Der Lübstorfer ist überzeugt, dass das neue Nahverkehrskonzept in ein organisatorisches und finanzielles Desaster führe und sieht vor allem ein Problem in der Fahrzeugflotte des Nahbus. Ohne Fahrkartenautomaten in den Bussen könnten die Taktzeiten nicht immer eingehalten werden. „In Lübstorf und Seehof steigen zu bestimmten Zeiten viele Fahrgäste ein, die eben keine Wochen- oder Monatskarte haben“, erklärt Schierer. Diese einzeln abzukassieren, dauere länger. Bisher würden die Fahrgäste am Automaten in den Bussen des NVS einen gültigen Fahrschein lösen.

Zudem hält Schierer das Kommunikationssystem für bedenklich. Beim Nahverkehr Schwerin könnten Havarien seiner Ansicht nach schneller kompensiert werden. Der Landkreis hat im Konzept eine Summe für Ausfallrisiken festgelegt. „Die eine Million könnte bestimmt zweckdienlicher eingesetzt werden“, meint Schierer. Alle Bedenken hat die Bürgerinitiative in einem offenen Brief an die Landrätin des Nordwestkreises zusammengefasst.

Die Gemeinde könne das Problem nicht lösen. Die Diskussionen sollen sachlich geführt werden, mahnt Seehofs Vize-Bürgermeister Helmut Breitag: „Wir sollten jetzt nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Die, die handeln können, müssen das auch wollen.“

Der Landkreis bemühe sich um eine Einigung. „Es kann nur so aussehen, dass der NVS in unserem Auftrag auf dem Kreisgebiet fährt wie bisher“, erklärte Landrätin Kerstin Weiss auf Nachfrage. Aber erst wenn diese Einigung zustande gekommen ist, sei eine Einwohnerversammlung sinnvoll.

Lübstorfs Bürgermeister Michael Gräning will am Montag noch einmal nachhaken: „Landkreis und Stadt sind unseren Bürgern ein vernünftiges Ergebnis schuldig – das möglichst schnell“, betont das Lübstorfer Gemeindeoberhaupt. In der Nachbargemeinde sieht man das ähnlich: „Bis spätestens zum 1. Dezember sollte eine Lösung auf dem Tisch liegen“, erklärte Breitag mit dem Verweis auf die Forderung der Gemeinde: „Ohne Abstriche.“

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