Biotop : Burgsee-Büsche erregen Gemüter

Umstrittene Sträucher: die Büsche am Ostufer des Burgsees.
Umstrittene Sträucher: die Büsche am Ostufer des Burgsees.

Pro und Contra: SVZ-Leser diskutieren über Gehölz-Rückschnitt

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22. November 2014, 08:00 Uhr

Die SVZ-Leser diskutieren intensiv über die Büsche am Ostufer des Burgsees. Gestrüpp, das weg muss oder Biotop, das schützenswert ist – das ist die Frage. Die Meinungen sind da sehr gemischt.

„Ich bin hier klar der Meinung der Grünen“, schreibt Benno Müller. „Die Stadt sucht immer wieder nach Einsparmöglichkeiten in ihrem Haushalt, will hier aber Geld ausgeben für etwas, was unnötig ist. Der Burgsee hat genügend freie Sichtachsen auf das Schloss. Außerdem ist das Biotop auf natürliche Weise schön und der Lebensraum vieler Tiere. Warum muss man dort eingreifen und dazu noch Geld verschwenden? Vielleicht gibt es einen richtigen Grund. Wenn nicht, sollte die Stadt das Geld einsparen – für wichtige Vorhaben.“

Ähnlich sieht es Dieter Schwarz. „Wer am Innensee und am Burgsee entlang um das Schloss spaziert, kann von der Marstall-Halbinsel bis zur Schwimmenden Wiese mit ungezählten Sichtachsen die Hauptattraktion unserer Stadt betrachten. Jetzt will die Stadtverwaltung ausgerechnet noch den Rest der Vegetation dort beseitigen. Wenn nun einige Jahre nach dem gerichtlichen Vergleich die Büsche auf Stock gesetzt werden sollen, so wirkt ein solches Verhalten wie ein spätes Nachtreten gegenüber dem Umweltverband und der einheimischen Vogelwelt, deren vielfältiges Leben von vielen Touristen und Einheimischen nicht nur im Sommer von der Promenade aus betrachtet werden kann. Welche Motivation treibt diese Verantwortlichen?“

Auch Susanne Gerhard möchte die Büsche unangetastet lassen. „Ich bin klar gegen einen Rückschnitt der Gehölze. Die Natur dort am Ufer soll ungestört bleiben, vor allem, da dies in entsprechenden Vereinbarungen mit der Stadt so festgesetzt wurde. Das Argument der Sichtachse sticht überhaupt nicht – davon gibt es reichlich entlang der Promenade. Viel, viel störender ist der Wald von Fahnenmasten gleich am Beginn der Promenade. Wenn Rückschnitt, dann bitte dort. “

„Jedes Mal, wenn wir mit dem Paddelboot durch den Burgsee fahren, erfreue ich mich an dem kleinen Biotop. Es ist eine der letzten Oasen in der Betonwüste des Burgseeufers und für mich auch ein beruhigendes Symbol dafür, dass der Rechtsstaat in dieser Stadt halbwegs funktioniert“, schreibt Dr. Birgitta Tremel.

Ganz anderer Meinung ist Lothar Brozio. „Die Burgseesträucher sollten unbedingt zurückgeschnitten werden, weil sie sonst immer mehr in den See hinein wuchern, die Sicht zum Schloss immer mehr einengen. Außerdem wird der See damit immer ungepflegter aussehen, was auch den Tourismus schädigen würde. Im riesigen Schweriner Vogelschutzgebiet gibt es mehr als ausreichend Brutplätze für die Vögel und die Fauna und Flora konnte sich sehr gut entwickeln. Insofern ist es überhaupt nicht sinnvoll, dass dieser kleine See immer mehr zuwachsen kann und das Umfeld des Schlosses, der vielen historischen Gebäude und des Schlossgartens immer mehr verunstaltet wird. Außerdem wäre der Schilfgürtel, in dem die Haubentaucher brüten, durch den Rückschnitt der Sträucher nicht betroffen.

„Ich bin ein Altschweriner und stolz, in dieser herrlichen Landeshauptstadt zu leben“, schreibt Holger Scheel. „Versetzen wir uns doch einmal in die Lage eines Touristen, der unsere Stadt besucht und den Burgsee von allen Seiten erblicken möchte. Wird nichts draus, denn der Durchblick ist zugewachsen. Wenn die Grünen Biotope wollen, dann findet man diese um unsere anderen Seen. Das erkennen auch unsere Tiere, die sich am Wasser wohl fühlen und ihre Plätzchen finden. Sichtachsen zum Schloss finde ich sehr wichtig, denn es ist kein Dornröschenschloss.“




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