Mehr Farbe für Schwerin : Buntes Hochhaus sorgt für Streit

So bunt soll das WGS- Hochhaus in der Rahlstedter Straße einmal aussehen.  Grafik: Roland Schulz
So bunt soll das WGS- Hochhaus in der Rahlstedter Straße einmal aussehen. Grafik: Roland Schulz

Fragwürdige Abstimmung? SVZ-Leser kritisiert Pläne der WGS für die Fassade des Zehngeschossers in der Rahlstedter Straße

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23. Juni 2016, 12:00 Uhr

Im WGS-Hochhaus in der Rahlstedter Straße geht die Sanierung voran. Die Zwischendecke im zehnten Obergeschoss ist bereits Geschichte. Nach und nach arbeiten sich die Handwerker nun durch alle Etagen. „Wir liegen voll im Plan“, sagt Geschäftsführer Thomas Köchig. 5,2 Millionen Euro kosten die gesamten Umbauarbeiten. Eine Herkulesaufgabe für die kommunale Wohnungsgesellschaft, die weitere Hochhäuser in Lankow aus Geldgründen abreißt. Doch nun gibt es Kritik – an den Plänen für die Fassadengestaltung.

Bunt soll die Fassade des Rahlstedter Hochhauses werden, so hätten es Mieter und Schweriner bei einer Meinungsumfrage entschieden, teilte die WGS im Mai mit. Bei der ursprünglichen Abstimmung habe eine deutliche Mehrheit für eine weiße Fassade votiert, berichtet jedoch ein Lankower SVZ-Leser, der der Redaktion namentlich bekannt ist. Dann sei das Verfahren auf Facebook weitergeführt worden. „Auf nicht nachvollziehbare Weise konnten so zahlreiche Personen ohne irgendwie bekannten Hintergrund oder klaren Bezug zum Haus in
die Abstimmung eingreifen“, moniert der Leser. „Nun lautet das Ergebnis der Abstimmung plötzlich, dass die bunte Variante die Mehrheit hat. Für viele Mieter ist dieses Prozedere unverständlich.“

„Ja, das Ergebnis der Umfrage war am Ende knapp“, räumt WGS-Chef Köchig ein. Es sei aber richtig gewesen nicht nur Mietern, sondern auch anderen Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zu sagen. „Damit haben wir eine Bitte erfüllt, die im Ortsbeirat geäußert wurde.“ Schließlich habe das Hochhaus ortsteilprägenden Charakter, schauten nicht nur Leute aus dem Gebäude heraus, sondern auch auf das Haus, so der Geschäftsführer.

Befürchtungen des Lankower Lesers, die bunte Variante koste mehr Geld, weist Köchig zurück. Ein weißer Anstrich müsste nicht nur öfter aufgetragen, sondern auch schneller wieder erneuert werden“, argumentiert er. Mit der bunten Fassade wolle die WGS aber auch ein Zeichen setzen – für einen fröhlichen Stadtteil.

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