Crivitz : Bunte Blumen für bedrohte Bienen

Hier hat Kristina Camin erst einmal nur Anja Hansen in der Schubkarre, die Ansprechpartnerin für die Bienenstraße. Doch bald wird darin das Saatgut für ihre Blühwiese sein.
Hier hat Kristina Camin erst einmal nur Anja Hansen in der Schubkarre, die Ansprechpartnerin für die Bienenstraße. Doch bald wird darin das Saatgut für ihre Blühwiese sein.

SVZ begleitet das Anlegen und Wachsen einer Blühwiese im Rahmen der Bienenstraße zwischen Schwerin-Mueß und Plau am See

svz.de von
07. März 2018, 16:00 Uhr

Verwundert schauen Kristina Camin und Anja Hansen auf das unbekannte Flugobjekt vor ihren Augen. Aber tatsächlich: aufs Stichwort fliegt die erste Biene des Jahres zwischen ihnen vorbei. „Das ist ein Zeichen“, sagt Kristina Camin und lächelt. Die Blumenhändlerin aus Banzkow, die gerade mit ihrem Mann in Basthorst gebaut hat und in Kürze dort ihren neuen Blumenladen eröffnen will, hat gerade davon erzählt, dass sie eine Blühwiese als Bienenweide anlegen will. Deshalb hat sie sich an Anja Hansen gewandt, die beim Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet zuständig ist für das Projekt „ErlebnisReich Bienenstraße“. Das gewann im vergangenen Jahr den Umweltpreis MV. Die SVZ wird das Vorhaben in loser Folge begleiten - vielleicht finden sich ja Nachahmer... „Es blüht doch nichts mehr auf den Dörfern. Gucken Sie sich doch mal um. Überall sind nur noch Rasenroboter unterwegs. Wir wollen die Leute wachrütteln, dass es wichtig ist, etwas gegen das Bienensterben zu unternehmen“, erklärt Kristina Camin ihre Motivation. Im Winter 2016/2017 gab es etwa 50 Prozent Verluste bei den Bienenvölkern, hatte Anja Hansen am Rande des ersten Bienenstraßen-Forums im Herbst in Sternberg berichtet. Über die Ursachen wird noch gestritten: Umweltgifte der Landwirtschaft spielen eine Rolle, zu wenig Nahrungsangebote und auch die Varoa-Milben.

Zumindest auf 400 Quadratmetern mehr werden Bienen nun Nahrung finden. So groß soll die Blühwiese am Haus von Kristina Camin werden. Damit will die Noch-Schwerinerin Teil der Bienenstraße werden, die vom Freilichtmuseum Mueß über Warin, Qualitz und Sternberg bis Plau-Quetzin führen soll. „Wir begleiten das Projekt und beraten. Ich habe für Frau Camin den Kontakt zum ,Netzwerk Blühende Landschaft’ hergestellt. Dort werden über die Initiative ,Bienenblütenreich’ Blühwiesen gefördert“, erklärt Anja Hansen. Denn zum einen sei das Saatgut gar nicht so billig und zum anderen müsse einiges beim Anlegen der Bienenweiden beachtet werden. Wichtig sei die Zusammensetzung der Saatgutmischung. Sie muss aus Samen für Pflanzen bestehen, die Bienen mögen und die ihnen das ganze Jahr Nahrung bieten. Auch der Boden müsse auf eine bestimmte Weise vorbereitet werden. „Das ist hier ideal“, erläutert Anja Hansen. Im Bauland befinden sich weder Wurzeln noch Pflanzenreste und er ist feinkrümelig. „Das müssen wir nur noch ein bisschen durchgrubbern und dann können wir aussäen“, kündigt Kristina Camin an. Ende März soll das Saatgut kommen, sobald es keine Nachtfröste mehr gibt, kann es in den Boden. Mit dem Saatgut werden auch Infotafeln geliefert, die die neue Bienenfreundin aufstellen wird und die über die pelzigen Insekten und ihre Nahrung informieren.

Für Landwirte gab Minister Till Backhaus gerade bekannt, dass förderfähige Blühflächen von derzeit fünf auf künftig maximal 20 Hektar pro Betrieb erweitert werden. Landwirte können bis zum 15. Mai eine Förderung beantragen.

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