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Langen Brützer begeistert sich für Flugmodellsport : Bunt leuchtende Flugmodelle

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Rot, blau, grün und weiß leuchten die LED-Lampen am Hexacopter, die Dietrich Oepke in zehn Metern Höhe in den abendlichen Herbsthimmel steigen lässt. Fast sieht es aus wie ein Ufo, wenn sich das Motormodell dreht.

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erstellt am 18.Nov.2011 | 10:54 Uhr

Langen Brütz | Rot, blau, grün und weiß leuchten die LED-Lampen am Octo- und am Hexacopter, die Dietrich Oepke in zehn Metern Höhe in den abendlichen Herbsthimmel steigen lässt. Fast sieht es aus wie ein Ufo, wenn sich das per Fernsteuerung und Satelliten gesteuerte Motormodell mit den vier und den sechs Metallarmen dreht. Die Copter sind die neuesten Flugmodelle, mit denen sich der Langen Brützer beschäftigt. Ein Quadro-, Hexa- und Octocopter warten bei ihm auf den Flugeinsatz am Himmel.

"Mich interessiert immer das Neue. Dinge, die erst in den Anfangsschuhen stecken. Ich habe mich immer weiter vor gearbeitet im Flugmodellsport", sagt er. So ist Dietrich Oepke bisher auch ungebrochener Höhenrekordhalter mit einer Höhe von 1725 Metern. Die Urkunde, ausgestellt am 25. Juni 1982 in Neuenhagen, zeugt davon.

Leidenschaft erwachte beim Drachensteigen

Bereits seit seiner Kindheit beschäftigt sich Dietrich Oepke mit der Fliegerei. Mit einem Drachen, den er sich selber baute, begann seine Leidenschaft für fliegende Objekte. "Ich habe Flugzeuge beobachtet. Meine Augen waren immer in den Himmel gerichtet. Aus einem Ausschneidebogen habe ich ein Flugzeug gebastelt und es so am Drachen befestigt, dass es sich auslöste", erzählt der 74-Jährige. Er erinnert sich noch an seinen ersten Start als Segelflieger 1955 auf dem Flugplatz in Pinnow. Seitdem gehört er dem Fliegerclub Schwerin-Pinnow an. Nebenbei begann er mit dem Bau von Modellflugzeugen. Die ersten Freiflugmodelle wurden mittels Angelsehne von einem Läufer hochgezogen, sie stiegen bis zu einer Höhe von 60 Metern auf. Die Leisten für den Selbstbau hatte er sich vom Stellmacher besorgt und Baupläne organisiert. Auch heute noch ist Dietrich Oepke in seiner Werkstatt zu finden. Sägt, feilt, schraubt, klebt und bohrt an den neuesten Modellen und fertigt so Unikate für sich. Die kann er bei jedem Wetter fliegen lassen, erzählt der Langen Brützer. Wenn der Mecklenburger an Meisterschaften teilgenommen hat, trainierte er vorher bei Regen, Wind und Wetter. Dabei erinnert er sich an einen Kunstflugwettkampf in Staßfurt. Es regnete das ganze Wochenende ohne Unterbrechung. Die Jury verschob den Wettkampf stückchenweise, in der Hoffnung, dass der Regen aufhört. "Letztlich starteten wir doch am Sonntag. Die Schiedsrichter saßen dabei im Auto", erinnert er sich lächelnd. Neben dem Höhenrekord stellte Oepke einen Geschwindigkeitsrekord von 289 km/h und einen Streckenrekord von über 30 Kilometern im Modellsport der DDR auf. Die in der DDR aufgestellten Leistungen wurden in das Leistungs- und Rekord niveau der BRD übernommen, weiß der Modellsportler. Elf Jahre lang, von 1970 bis 1981, gehörte der Langen Brützer der Auswahlmannschaft der DDR im Motorkunstflug an und nahm an internationalen Wettkämpfen teil.

"Die Fliegerei ist aus einfachen Modellen entstanden", erzählt Oepke. So war es auch beim Langen Brützer. Von den anfänglichen Freiflugmodellen sattelte der Langen Brützer schnell auf die Motormodellfliegerei um. Das Fesselflugmodell startete an einer 15 Meter langen Leine. Zwei Leinen, die an einem Griff befestigt waren, ermöglichten das Figurenfliegen. In den 1970er Jahren hatten die ferngesteuerten Modelle ihre Hochkonjunktur. Klar hatte Dietrich Oepke auch Rückschläge einzustecken. So landeten ein Flieger in der Warnow und ein anderer in einem Getreidefeld. Letzteres wurde erst später wiedergefunden.

Kenntnisse in der Physik Voraussetzung beim Modellbau

Der Modellflugsport entwickelt sich immer weiter. In den Figurenkatalogen kommen immer neue Figuren hinzu. Es gibt Standards, die nicht überschritten werden sollten, wie Masse und Größe des Flugmodells, sonst ist es kein Modell mehr, erzählt der Senior, der erklärt, dass Fliegen nichts anders heißt, als Auftrieb zu gewinnen. Und den kann man an jedem Teil, das man sich denken kann, erzeugen. "Es fliegen auch Scheunentore", sagt er und schmunzelt. Klar, warum nicht. Denkt man an Orkanstürme, die Tiere, Gegenstände und sogar Häuser durch die Luft fliegen lassen. Faktisch wird beim Fliegen eine bestimmte Höhe in eine bestimmte Strecke umgesetzt. Mit den physikalischen Gesetzten befasst sich Dietrich Oepke ständig während seiner Modellbauerei, was Voraussetzung sein sollte, will man mit dem Modellflugsport erfolgreich sein. Dann klappt der Langen Brützer den achtarmigen Octocopter, der 97 Zentimeter in der Länge misst, zusammen - bis zum nächsten Flug auf dem Pinnower Flugplatz.

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