Schwerin baut : Bundesstraße wird für 22 Millionen Euro vierspurig

Die Pläne sind fertig. Straßenbauamtsleiter Thomas Taschenbrecker und Mitarbeiterin Antje Dunkel diskutieren Details.
Die Pläne sind fertig. Straßenbauamtsleiter Thomas Taschenbrecker und Mitarbeiterin Antje Dunkel diskutieren Details.

Planfeststellung für den Ausbau der B 321 zwischen Plater Berg und Störbrücke beginnt – Bagger rücken frühestens 2018 an

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07. März 2016, 08:00 Uhr

Jetzt nehmen die Pläne für den vierspurigen Ausbau der B 321 zwischen der Kreuzung Plater Berg und der Störbrücke konkrete Gestalt an. Das Straßenbauamt Schwerin bringt das Planfeststellungsverfahren in Gang. „Wir wollen den Antrag auf Planfeststellung bei der zuständigen Behörde noch im ersten Halbjahr dieses Jahres einreichen“, bestätigt Straßenbaumamtsleiter Thomas Taschenbrecker.

Vorausgegangen sind umfangreiche Untersuchungen – und zwar nicht nur des Baugrundes. „Wir haben allein fünf Varianten für den Umleitungsverkehr geprüft. Zudem sind Lärm- und Umweltschutz zu berücksichtigen und die Interessen der direkten Anlieger und dann haben wir noch eine Brücke in dem Bereich“, erläutert Projektbearbeiterin Antje Dunkel.

Die größte Herausforderung aber stellen die Bodenverhältnisse dar. „Der Abschnitt ist zwar nur 2,1 Kilometer lang, wir rechnen aber mit Baukosten von rund 22 Millionen Euro“, sagt Taschenbrecker. Das ist teurer als Autobahnbau.

Denn fast auf dem gesamten Bereich ist mooriger Untergrund. „Wir werden mehrere tausend Pfähle brauchen, um die Tragfähigkeit der Straße zu sichern“, erläutert Antje Dunkel. „Sie werden je nach Untergrund eine Länge von fünf bis 22 Meter haben und im Rüttelstopfverfahren eingebaut.“ Dennoch sind erhebliche Bodenbewegungen notwendig, insbesondere in den Störwiesen. Da sich dort der Straßenkörper auf einem Niedermoor befindet, sind dort Bodenschüttungen für die geplante Fahrbahnverbreiterung geplant. Mit diesem Verfahren wurde seinerzeit auch die Umgehungsstraße in der Schweinekurve erfolgreich gebaut.

Einen Radweg direkt neben der Straße werde es aber nicht geben, sagt Taschenbrecker. Das würde die Baukosten zusätzlich in die Höhe treiben und wurde vom Bundesbauministerium deshalb abgelehnt. Zumal in unmittelbarer Nachbarschaft die Alte Crivitzer Landstraße verläuft, die auch künftig nach Instandsetzung dieser Straße als verkehrsberuhigte Zone von Radfahrern genutzt werden könne, so die Begründung aus Berlin.

Klare Aussagen gibt es auch zur Brücke für den Consrader Weg. Die wird abgerissen und eine neue an gleicher Stelle gebaut. Zur Zeitschiene will sich der Leiter des Straßenbauamtes indes nicht äußern. Es sei verfrüht für konkrete Aussagen.

Denn im Zuge des Planfeststellungsverfahrens ist die Anhörung der Träger öffentlicher Belange ebenso vorgeschrieben wie die öffentliche Auslegung der Unterlagen, zu denen auch die Bürger ihre Einwände, Wünsche und Forderungen einbringen können. Die müssen dann von der Planfeststellungsbehörde geprüft werden. Dieses Verfahren nimmt in der Regel mindestens ein Jahr in Anspruch. Liegt der Feststellungsbeschluss vor, können die Ausschreibungen veröffentlicht werden. Dann erfolgt die Vergabe und danach erst können die Bagger anrücken. Das wäre frühestens 2018.

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