Schweriner Waisengärten : BUND protestiert beim Umweltministerium

<strong>Vollendete Tatsachen:</strong> Auf dem Gelände der Waisengärten wurden zeitgleich mit dem Bürgerbete iligung bereits die ersten Bäume gefällt. <foto>svz</foto>
Vollendete Tatsachen: Auf dem Gelände der Waisengärten wurden zeitgleich mit dem Bürgerbete iligung bereits die ersten Bäume gefällt. svz

Durch die Baumaßnahmen an den Schweriner Waisengärten werden die artenschutzrechtlichen Bestimmungen verletzt. Die Verstöße hat der BUND jetzt beim Umweltministerium angezeigt.

svz.de von
17. Februar 2013, 07:01 Uhr

Schwerin | Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat beim Umweltministerium "die Verstöße gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen und die Missachtung der Beteiligungsrechte von Bürgern und Verbänden im Bebauungsplanverfahren ,An den Waisengärten" angezeigt. Nach Ansicht des BUND wurden die artenschutzrechtlichen Bestimmungen bereits beim Abriss der Gartenlauben im Jahr 2011 verletzt. "Durch die aktuellen Baumaßnahmen wurden sie erneut missachtet", sagt Ulrike Zell, Naturschutzexpertin des BUND. Mehr als die Hälfte der rund 100 Bäume seien seit vergangenen Montag gerodet und damit wertvolle Vogelnistplätze und Fledermausquartiere zerstört. "Erst drei Tage nach Baubeginn lag die erforderliche artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung vor", so Zell. Für den auf der Fläche des Baufeldes nachgewiesenen EU-rechtlich geschützten Moorfrosch hätte vor Baubeginn eigentlich eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme in Form eines Teiches im südlichen B-Plangebiet realisiert werden sollen. "Doch ist davon auszugehen, dass der verfrühte Baubeginn zu einer Ver nichtung des Moorfrosches in seinem jetzigen Lebensraum führte, noch ehe das Ersatzquartier verwirklicht werden konnte", erklärt die BUND-Expertin.

Teil der rechtmäßigen Aufstellung eines Bebauungsplans ist laut BUND die vierwöchige Auslegung der Planunterlagen im Rahmen der Öffentlichkeits beteiligung. In den Waisengärten seien jedo ch gleichzeitig mit dem Startschuss für die Bürgerbeteiligung die ersten Bäume gefallen. "Innerhalb weniger Tage wurde das gesamte Gebiet des ersten Bauabschnittes dem Erdboden gleichgemacht ohne dass auch nur ein Einwand hätte gehört oder gar geprüft werden können", so der BUND. Bürgerbeteiligung werde so zur Farce.

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