Schwerin : BUND fordert Jetski-Verbot

Jetski-Fahrer auf dem Ziegelaußensee: Mehr als 100 Verstöße gegen die Wassersportgesetzgebung hat der BUND nach eigenen Angaben in der laufenden Saison bereits registriert.
Jetski-Fahrer auf dem Ziegelaußensee: Mehr als 100 Verstöße gegen die Wassersportgesetzgebung hat der BUND nach eigenen Angaben in der laufenden Saison bereits registriert.

Naturschützer sorgen sich um die Ruhe in den Landschafts- und EU-Vogelschutzgebieten der Schweriner Seen

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17. August 2015, 21:00 Uhr

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Schwerin sorgt sich um die Ruhe in den  Landschafts- und EU-Vogelschutzgebieten der Schweriner Seen. Im Blick der Naturschützer: Jetski-Fahrer. Mehr als 100 Verstöße gegen die Wassersportgesetzgebung hat der BUND nach eigenen Angaben in der laufenden Saison bereits registriert. So hätten Jetski-Fahrer in diesem Monat schon mehrfach  ordnungswidrig das national und international geschützte Seegebiet des Ziegelaußensees „durchjagt“. 

„Wir fordern ein Jetski-Fahrverbot in den Schutzgebieten. Es kann nicht sein, dass oftmals mehr als eine Stunde lang umliegende Seen und das angrenzende Stadtgebiet der Werdervorstadt mit Eigenheim- und Kleingartensiedlungen sowie Seniorenwohnanlagen massiv verlärmt werden“, sagt Volker Thomas vom Schweriner BUND.

Laut BUND bewegen sich die Jetski-Fahrer im Schatten der Regelung der Wassermotorräder-Verordnung, die ihnen als ziehendes Boot beim Wasserski das Benutzen der Skistrecke erlaubt, aber nur dort. Und: Bis dorthin müsse in langsamer Geradeausfahrt bis maximal 25 Stundenkilometer gefahren werden. „Der Missbrauch ist offensichtlich schwer zu kontrollieren und gefährdet andere Wassernutzer und die Naturgüter. Der Passus für die Schleppfahrt muss deshalb abgeschafft werden“, erklärt Volker Thomas.

Der BUND sieht in ordnungswidrigen High-Speed- und Kurvenfahrten einen untragbaren Zustand, der die eigene Sicherheit der Jetski-Piloten, aber auch der übrigen Wassersportler gefährde. Ein Zustand, der nicht länger durch die lokalen Behörden der Stadt Schwerin und die zuständige Behörde des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg geduldet werden dürfe, betont Volker Thomas. So müsse die „mit einem hohen Unfallrisiko behaftete“ Wasserskistrecke auf dem Ziegelaußensee ersatzlos gestrichen werden. Zudem fordert der BUND ein weiteres Einsatzboot für die Wasserschutzpolizei.

„Die Schweriner Wasserschutzpolizeiinspektion ist technisch gut ausgerüstet“, sagt dagegen der Leiter der Inspektion, Thomas Holz. Aus Sicht der Polizei stelle sich das Jetski-Problem auch nicht so dramatisch dar wie vom BUND beschrieben. „Wir können die Zahl der Verstöße, die der BUND beobachtet haben will, nicht bestätigen“, so Holz. Im ersten Halbjahr dieses Jahres habe die Inspektion auf den Gewässern in ihrem Zuständigkeitsbereich 24 Tempo- überschreitungen gemessen, berichtet er.

Doch der BUND bleibt dabei: Politik und Verwaltung in Schwerin seien in der Pflicht zu handeln, damit es keine neuen Todesfälle durch Raserei mit Jetski oder Powerbooten gibt. Auf ihrer Internetseite www.bund-mv.de/jetskidoku dokumentiert die Schweriner BUND-Gruppe tagesaktuell Ordnungswidrigkeiten in den Schutzgebieten, um den Behörden, wie es heißt, „die hohe Dunkelziffer von nicht geahndeten, ordnungswidrigen Ereignissen auf den Gewässern darzustellen und die Forderung nach einem Jetski-Verbot zu unterstreichen“.

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