Schwerin plant Gartenschau : Buga-Pläne werden kritisch beäugt

Freilichtmuseum Mueß: Die Einrichtung soll für eine nächste Bundesgartenschau zu einem attraktiven Standort entwickelt werden und einen Teil der gärtnerischen Ausstellung aufnehmen.
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Freilichtmuseum Mueß: Die Einrichtung soll für eine nächste Bundesgartenschau zu einem attraktiven Standort entwickelt werden und einen Teil der gärtnerischen Ausstellung aufnehmen.

Machbarkeitsstudie für Gartenschau 2025 öffentlich vorgestellt: Einzelne Stadtvertreter und Bürger sind skeptisch

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08. Juni 2016, 05:00 Uhr

Wird es erneut eine Bundesgartenschau in Schwerin geben? Gestern Abend wurde ein Konzept für eine Buga 2025 dem Hauptausschuss vorgestellt. Doch nicht nur dessen Mitglieder beschäftigt das Thema. Es waren auch andere Kommunalpolitiker, Verwaltungsmitarbeiter und Schweriner Bürger in den Demmlersaal des Rathauses gekommen, um sich zu informieren.

Das Konzept sieht eine Gartenschau am Ufer des Schweriner Innensees vor. Am nordwestlichen Ende sind das Schloss, der Schlossgarten, der Küchengarten und der Bertha-Klingberg-Platz als Buga-Flächen vorgesehen. Am südöstlichen Ende soll vor allem der Stadtteil Mueß mit dem Freilichtmuseum entwickelt werden. Dazwischen wird der Zoo zur Gartenschaufläche. Die Insel Kaninchenwerder soll einbezogen werden.

In dem vom Berliner Planungsbüro Sinai, das auch schon an der Buga 2009 maßgeblich beteiligt war, vorgelegten Papier sind interessante, aber auch konfliktträchtige Details enthalten. So könnte der Tierpark bis an den See heran geführt werden. Ein Stegesystem soll dann parallel zum Ufer den Franzosenweg am Zoo vorbeiführen. Das könnte Auseinandersetzungen mit Umweltschützern und Denkmalpflegern provozieren. Ebenso ein Steg über die Mueßer Bucht zum Freilichtmuseum.

Um die drei Großstandorte miteinander zu verbinden, wird in dem Konzept vorgeschlagen, einen Shuttle-Service einzurichten. Weil der Franzosenweg aber für Spaziergänger und einen Elektrobus zu schmal ist, müsste parallel eine Fahrtrasse gebaut werden – im sensiblen Uferbereich.

Eine nächste Schweriner Bundesgartenschau sollte wieder ein großes Stadtentwicklungskonzept werden, so der Sinai-Vorschlag. Der größte Ausgabeposten ist für den Zoo veranschlagt: 22 Millionen Euro. Für den Schloss- und den Küchengarten sind 3,5 Millionen vorgesehen, für das Freilichtmuseum Mueß acht Millionen. Mit weiteren Projekten steht am Ende eine Gesamtinvestitionssumme von 45 Millionen Euro. Für die Durchführung der Buga sind insgesamt 33 Millionen Euro netto vorausberechnet. Insgesamt müssten also 78 Millionen für das Großereignis von der öffentlichen Hand ausgegeben werden. Das ist etwa die Größenordnung wie 2009. Dem stünden Einnahmen von geplanten 20 Millionen Euro gegenüber. Die Differenz müssten die Stadt und Fördermittelgeber aufbringen. Dazu aber haben sich bisher weder Stadtvertreter noch Landesregierung klar positioniert.

An dem Konzept gab es am Abend gleich die erste Kritik. Stadtvertreter Georg-Christian Riedel sah Transportprobleme und wünschte sich eine kompakte Buga wie 2009. „Ich hätte da viele Ideen.“ Welche, sagte Riedel aber nicht. SPD-Fraktionschef Daniel Meslien hielt Kaninchenwerder als Ausstellungsbereich für „verzichtbar“. Die Schwerinerin Sabine Mielke wünschte sich eine „Buga von unten“. Auch die Einwohner der „einfachen Wohngebiete “ müssten mitgenommen werden.

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