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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 00:14 Uhr

Buga Schwerin : Buga – das war Stadtentwicklung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das hat uns die Bundesgartenschau 2009 gebracht – heute: das Fazit

von
erstellt am 09.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Überall in Deutschland, ja vielleicht auch weltweit, werden noch hunderttausende Fotografien von der Bundesgartenschau 2009 auf CDs und Festplatten schlummern. Blumen, Beete, Hallenschauen und immer wieder das Schloss wurden mit Digitalkameras und Smartphones abgelichtet. Doch war das alles, was von der Buga vor acht Jahren geblieben ist? Mitnichten.

Die Gartenschau hatte für Schwerin zwei wesentliche Effekte: Sie war das größte Stadtentwicklungsprojekt der zurückliegenden Jahrzehnte, und sie war eine große Werbekampagne für die Stadt. Außerdem hatte die Veranstaltung weitere Auswirkungen, die nicht unmittelbar eintraten und deren Bezug zur Buga vorhanden, aber nicht eindeutig zuzuordnen ist.

Für die Bundesgartenschau wurden in den Jahren vor 2009 etliche wichtige Straßen und Plätze saniert: die Werderstraße, die Graf-Schack-Allee, die Stellingstraße, Teile der Burgseestraße und der Lennéstraße, der Platz der Jugend, der Bertha-Klingberg-Platz, der Platz am Beutel. Außerdem wurden die Gärten rund um das Schloss saniert und nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten hergerichtet. Mehrere Wassersportvereine erhielten neue Vereinsheime. Der Spielplatz der Atolle wurde am Franzosenweg neu gebaut. Die Reihe ließe sich fortsetzen.

Der Fremdenverkehr profitierte in einmaliger Weise von der Buga. Die Hotels der Stadt waren ausgebucht, Übernachtungsgäste mussten bis nach Waren oder Dömitz ausweichen. In den sechs Veranstaltungsmonaten steuerten rund 14 000 Reisebusse die Gartenschau an. Zahlen, die natürlich in den Jahren nach der Bundesgartenschau nicht zu wiederholen waren. Doch der Bekanntheitsgrad Schwerins hat sich deutlich erhöht. Und inzwischen ist die Landeshauptstadt immer häufiger Ziel ausländischer Besucher.

Nach Angaben der Kommunalpolitik hat die Bundesgartenschau 2009 aber auch wirtschaftliche Auswirkungen, die erst jetzt immer deutlicher zutage treten. Die Einwohnerzahl ist von 2010 bis 2016 um knapp 3000 auf fast 99 000 gestiegen. Während der Buga wurde intensiv für den Wohnstandort Schwerin geworben. Die Grundsteuereinnahmen sind von 11,7 Millionen Euro auf mehr als 16 Millionen gestiegen. Die Gewerbesteuereinnahmen erhöhten sich um rund acht Millionen Euro auf fast 30 Millionen. „An diesen Kennziffern ist abzulesen, dass die Buga das bisher größte Stadtentwicklungsvorhaben der Landeshauptstadt war“, schrieb Oberbürgermeister Rico Badenschier an Innenminister Lorenz Caffier, um diesen davon zu überzeugen, dass eine zweite Bundesgartenschau 2025 der Stadt einen weiteren Schub bringen würde. Doch Caffier winkte wegen der desolaten Finanzlage Schwerins ab.


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