Schwerin : Bürger wollen Ruhe am Pfaffenteich

Ganz eilige Autofahrer umfuhren schon vor der Freigabe die Absperrung.
Ganz eilige Autofahrer umfuhren schon vor der Freigabe die Absperrung.

Nach Freigabe der Alexandrinenstraße fordern Anwohner und Ortsbeirat weitere Verkehrsberuhigung

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05. Juni 2015, 20:15 Uhr

Nach einer Bauzeit von genau 13 Monaten wurde gestern die Alexandrinenstraße für den Verkehr frei gegeben. Die Zufahrten zu den Grundstücken und die Stellplätze entlang der Straße sind wieder nutzbar, die Busse fahren ihre angestammte Strecke. „Den letzten Pflasterstein haben wir bereits am 22. Mai gesetzt“, sagte Vorarbeiter Armin Nowak. „Aber das Naturpflaster musste noch 14 Tage abliegen.“

Die Arbeiten waren nötig, weil ein neuer Mischwasserkanal gebaut werden musste. „Die Alexandrinenstraße ist für uns extrem wichtig, vergleichbar der Werderstraße für Autofahrer“, sagte Lutz Nieke, Werkleiter der Schweriner Abwasserentsorgung SAE. Immerhin können jetzt bis zu 3000 Liter Regen- und Abwasser pro Sekunde durch den Kanal rauschen. Ein Überlauf in den Pfaffenteich konnte geschlossen werden. „Wir tun auch etwas für den Umweltschutz“, so Nieke.

In der Alexandrinenstraße wurden auf einer Länge von mehr als 500 Metern auch die Trinkwasserleitungen erneuert. Damit ist für die nächsten 100 Jahre die Wasserversorgung gesichert.

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow war bei der Freigabe der Straße voll des Lobes. „Die Alexandrinenstraße ist schick geworden und das alte Pflaster ist lärmmindernd verlegt. Da stellt sich mir die Frage, ob wir immer ganz modern bauen müssen.“ Auch viele Anwohner äußerten sich zufrieden. „Es ist wirklich leiser geworden“, sagte Hotelbesitzerin Martina Lux-Grella. „Aber warum muss der Bus wieder durch unsere Straße fahren? Während der Bauzeit ging es doch auch anders.“ Außerdem wünscht sie sich, dass das beidseitige Parken erlaubt wird. „Das würde den Verkehr deutlich beruhigen.“ Doch das ist nicht überall möglich, weil eine bestimmte Durchfahrtbreite eingehalten werden müsse, hieß es aus dem Stadthaus. Die Verwaltung hat aber andere Vorschläge gemacht. So soll im nördlichen Bereich der Alexandrinenstraße das Parken schräg zur Fahrbahn eingerichtet werden. Das begrüßt auch der Ortsbeirat. Der sieht aber dennoch Diskussionsbedarf. „Die Verwaltung hat bereits anerkannt, dass einige Häuser Risse haben, die durch schwere Fahrzeuge auf dem Kopfsteinpflaster verursacht wurden“, sagte Beiratsvorsitzender Steffen Wehner. „Dadurch ist das Ensemble Pfaffenteich gefährdet.“ Es müsse also über eine weitere deutliche Verkehrsberuhigung nachgedacht werden, auch wenn es dadurch zu einer Mehrbelastung der Wismarschen Straße kommen sollte.


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