Großer Moor Schwerin : Bürger verlangen neuen Zeitplan

Für den oberen Bereich des Großen Moors müssen die Anlieger bei einer Sanierung 55 Prozent der Kosten tragen.
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Für den oberen Bereich des Großen Moors müssen die Anlieger bei einer Sanierung 55 Prozent der Kosten tragen.

Anwohner wollen eine Verschiebung der Sanierung des Großen Moors um zehn Jahre

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10. Mai 2017, 05:00 Uhr

Die Diskussion um die Sanierung des Schlachtermarktes und des Großen Moors nimmt kein Ende. Es ist gleich ein ganzer Katalog an Streitpunkten, die zwischen der Interessengemeinschaft Großer Moor/Schlachtermarkt und der Stadtverwaltung noch geklärt werden müssen: der Zeitpunkt des Straßenneubaus, die Einstufung der Straße, die Ergebnisse der Verkehrszählung und das Parken auf dem Schlachtermarkt. Am einfachsten ist noch das Zählen der Fahrzeuge zu realisieren. „Das werden wir noch einmal machen“, sichert Baudezernent Bernd Nottebaum zu.

Schwieriger dürfte es schon mit der Einstufung des Großen Moors werden. Die Stadt spricht von einer Anliegerstraße, für die die Anlieger 75 Prozent der Kosten tragen müssten. Die Anwohner wiederum verlangen eine Einstufung als Haupterschließungsstraße, für die nur eine 40-prozentige Beteiligung fällig wäre. Der Straßenstatus soll mit der Verkehrszählung geklärt werden. Unstrittig ist nach Angaben von Nottebaum der obere Abschnitt des Großen Moors. Für diesen Bereich der Fußgängerzone wird eine 55-prozentige Beteiligung der Anwohner verlangt.

Hauptstreitpunkt ist derzeit aber offenbar, wann der Große Moor und der Schlachtermarkt „grundhaft ausgebaut“ werden, wie es im Verwaltungsjargon heißt. Die Interessengemeinschaft hat sich bei der Schweriner Abwasserentsorgung über den Zustand der Abwasserleitungen kundig gemacht. Die Rohre sind vor etwa 80 bis 90 Jahren verlegt worden. Sie könnten noch zehn Jahre halten, bevor sie ausgewechselt werden müssen. An diesem Umstand setzt die Interessengemeinschaft an. Sie schlägt vor, den Großen Moor jetzt nur mit einer neuen Schwarzdecke zu versehen. Die Grundsanierung sollte dann in einer Dekade erfolgen, wenn die Rohre raus müssen. Das hätte zur Folge, dass die Anlieger jetzt nichts bezahlen müssten, weil es sich um eine Reparatur handeln würde. Die große Kostenposition käme dann erst in zehn Jahren auf den Tisch. Wie dann das Kommunalabgabengesetz aussehen wird, das aktuell die Grundlage für die Anliegerbeiträge ist, weiß heute aber niemand. Gegen die Verschiebung der Grundsanierung spricht sich die Verwaltung aus. Sie ist der Ansicht, „dass sich die Notwendigkeit des beabsichtigten grundhaften Ausbaus der Straße aus dem im geotechnischen Bericht dokumentierten Zustand des Straßenaufbaus ergebe, nicht jedoch aus dem Erfordernis der Erneuerung von Ver- und Entsorgungsleitungen“, heißt es im Protokoll zur Zusammenkunft mit der Interessengemeinschaft am 26. April. Außerdem, so der Baudezernent, gäbe es ein Konzept für die Sanierung der Schweriner Straßen. Wenn daraus jetzt eine „herausgebrochen“ werde, käme der ganze auf Jahre konzipierte Plan durcheinander.

Auch einen weiteren Wunsch der Anwohner will Nottebaum nicht akzeptieren ein generelles Parkverbot auf dem Schlachtermarkt. „Das werden die Stadtvertreter nicht wollen.“ Die parken schließlich ihre Autos bei jeder ihrer Sitzungen dort.

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