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Martinshorn in Schwerin : Bürger nervt das ständige Tatü-tata

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am Platz der Jugend leiden Anwohner unter den Sondersignalen der Einsatzfahrzeuge – die Verwaltung will nichts dagegen tun

von
erstellt am 07.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Robert Auer ist genervt und sauer. Er und die anderen Anwohner des Platzes der Jugend leiden unter dem Lärm der Martinshörner von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Auer hat einen Vorschlag gemacht, wie Abhilfe geschaffen werden könnte. Doch sowohl die Verwaltung als auch die Mehrheit der Stadtvertretung haben den abgelehnt.

Nun schon seit zehn Jahren kämpft Robert Auer für einen leiseren Platz der Jugend. Nicht der allgemeine Verkehrslärm macht ihm zu schaffen, sondern die Signalhörner der Einsatzfahrzeuge. Die müssen er und die anderen Anwohner Tag und Nacht sehr häufig hören, haben doch die Polizei, die Feuerwehr und der Rettungsdienst ihre Hauptquartiere im Süden der Stadt. Über die Ludwigsluster Chaussee, die Graf-Schack-Allee und den Platz der Jugend fahren sie fast alle in die Goethestraße. Und spätestens ab dem Ende der Ludwigsluster wird zum Blaulicht auch noch das Sondersignal zugeschaltet.

Auer schlägt nun vor, dass die betreffenden Ampeln mit einer Vorrangschaltung ausgestattet werden. Kommt ein Einsatzfahrzeug, so kann es die Ampeln auf grün schalten. Der Verkehr in die betreffende Richtung könnte schnell abfließen, Notarzt, Feuerwehr und Co. kämen leichter durch und – vor allem – das Martinshorn könnte aus bleiben. Die Technik gibt es bereits. In Schwerin nutzen sie Straßenbahnen und Busse.

Die Verwaltung lehnt den Vorschlag ab. Nach der Straßenverkehrsordnung dürfe der Einsatz des Martinshorn „nicht durch technische Einrichtungen eingeschränkt werden“. Das Argument lässt Auer nicht gelten. „In der Stadt Herford geht das doch auch.“

Als Einzige haben sich die Unabhängigen Bürger für den Auer-Vorschlag eingesetzt. „Die Lärmbelastung der Bürger in der Innenstadt muss dringend verringert werden“, sagte Fraktionschef Silvio Horn. „Nicht nur am Platz der Jugend, sondern auch am Bürgermeister-Bade-Platz oder im oberen Teil des Obotritenrings.“ Bisher habe die Verwaltung lediglich auf Straßenbelagsarbeiten und Geschwindigkeitsreduzierungen gesetzt. Gegen Straßenlärm seien auch Ampelvorrangschaltungen ein ein wirksames Instrument.

 

 

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