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Wasser- und Bodenverband : Bürger müssen mehr bezahlen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gebühren für den Wasser- und Bodenverband wird die Stadt jetzt auch für kleinere Grundstücke erheben

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Die Stadt wird Eigentümer kleinerer Grundstücke stärker zur Kasse bitten. Mit dem Grundsteuerbescheid werden sie auch einen Bescheid über Beiträge für den Wasser- und Bodenverband Schweriner See/Obere Sude erhalten. Eine im gesamten Land seit Jahren gängige Praxis. In der Landeshauptstadt waren jedoch Eigentümer von Grundstücken bis 3000 Quadratmetern bisher von diesen Beiträgen befreit – für sie hat die Stadt gezahlt. Begründung: Der Verwaltungsaufwand sei zu hoch. Das hat sich jetzt geändert.

Mitglied im Wasser- und Bodenverband sind die Gemeinden. Die können die durch sie zu entrichtenden Beiträge auf die Grundstückseigentümer umlegen. Und diese Beiträge wurden nach fast 20 Jahren durch einen Beschluss der Verbandsversammlung erhöht. Dagegen war die Stadt Sturm gelaufen und hatte Widerspruch eingelegt. Sie werde überproportional stark belastet (SVZ berichtete). So sei der Zuschlag für versiegelte Flächen von 100 auf 350 Prozent erhöht, weil diese Flächen nahezu den gesamten Niederschlag einem Gewässer zuleiten und daher einen erhöhten Unterhaltungsaufwand erfordern, um den problemlosen Abfluss zu gewährleisten. Dieser Zuschlag ist im gesamten Verbandsgebiet gleich, es werden dadurch alle Mitgliedsgemeinden belastet. Es gibt keinerlei Abschläge beispielsweise für landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Stadt meint jedoch, durch diesen Zuschlag besonders belastet zu sein.

Doch diese Kritik weist der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes, Mark Sierks, zurück. „60 Prozent der Erhöhung tragen die Kommunen im Umland, nur 40 Prozent die Stadt.“ Dabei sei der Aufwand im Stadtgebiet höher als im ländlichen Raum. „In der Stadt können wir kaum Technik einsetzen“, so Sierks. „90 Prozent der Gewässer müssen wir mit der Hand krauten, um sie frei zu halten.“

Der Wasser- und Bodenverband Schweriner See/Obere Sude ist zuständig für die Gewässer zweiter Ordnung zwischen Bobitz und Hagenow, also beispielsweise auch für die Kanäle im Schlossgarten. In einem Gebiet mit einer Fläche von 66 000 Hektar sind 710 Gewässerkilometer in Ordnung zu halten. Gert Steinhagen

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