zur Navigation springen

Ostufer des Schweriner Außensees : Bürger lehnen neuen Radweg ab

vom

Der Planungsentwurf für den neuen Rad- und Wanderweg zwischen Rampe und Retgendorf ist jetzt einstimmig abgelehnt worden. Die Fahrbahnoberfläche hat den Vorstellungen der Bürger ganz und gar nicht entsprochen.

svz.de von
erstellt am 04.Jun.2013 | 09:55 Uhr

Retgendorf | Es dürfte höchst selten vorkommen, dass ein neuer Rad- und Wanderweg so einhellig abgelehnt wird, wie der zwischen Rampe und Retgendorf. Idyllisch am Ostufer des Schweriner Außensees gelegen, laufen Bürger und Gemeindevertreter gegen die Piste Sturm. "Es ist eine Katastrophe", so der Bürgermeister von Dobin am See, Carlo Folgmann. "Dieser Rad- und Wanderweg ist ein Armutszeugnis für die Fachverwaltung des Landkreises Ludwigslust-Parchim und für die Planer des Ingenieurbüros MIV." Der Kritikpunkt: die Fahrbahnoberfläche.

Mit dem Neubau der Kreisstraße K 1 von Retgendorf über den Acker nach Cambs wurde die alte und sanierungsbedürftige Uferstraße überflüssig. Sie wurde zu einem Radweg "zurückgebaut". Allerorten wurde diese Idee begrüßt, konnte dadurch doch eine Lücke im Radwegenetz um den Schweriner See geschlossen werden. Doch noch vor Freigabe des neuen Radweges gab es Ärger. Die Gemeinden Dobin am See und Leezen, auf deren Gebiet der Weg verläu ft, weigerten sich, ihn in ihre kommun ale Verantwortung zu übernehmen (SVZ berichtete). Dabei ist es bis heute geblieben. Denn nach Auffassung der beiden Gemeinden ist der Weg gefährlich. "Die Oberfläche ist mit so scharfkantigem Splitt bestreut, dass man sich gar nicht ausmalen darf, was passiert, wenn hier ein Kind mal hinfällt", so Carlo Folgmann. "Da sind die Knie nicht nur ein bisschen abgeschrammt - da ist das Fleisch gleich bis auf den Knochen abgeledert." Platte Fahrradreifen seien da noch das geringste Übel. Für Radler, Fußgänger oder auch Skater sei der Weg völlig ungeeignet. Und ein Ausweichen auf den Randstreifen sei auch nicht bei jedem Wetter möglich. Die Folge: Radfahrer weichen auf die neue Kreisstraße aus. Die aber ist auch nicht ungefährlich, weil sie keinen Radweg hat. Und wenn der Wind kräftig über die weitläufigen Felder bläst, ist das Fahren auf der hügeligen Strecke kein Vergnügen. Diese Position hatten die Bürgermeister auch bereits gegenüber dem Fachdienst der Kreisverwaltung immer wieder bekräftigt. "Wir wurden aber hingestellt wie dumme Jungs, die keine Ahnung haben.Verwaltung und Planer schauen auf uns herab." Der Fachdienst schlug trotzdem vor, den Radweg noch einmal zu walzen. "Das bringt keine Verbesserung und kann sogar den Wegeaufbau zerstören", sagt der Dobiner Gemeindevertreter Andreas Schwarz, der selbst im Verkehrsministerium arbeitet. "Die Oberfläche muss neu mit Bitumen überzogen werden - aber ohne Absplittung." Diese Forderung wollen die Dobiner Gemeindevertreter jetzt noch einmal gegenüber dem Landkreis deutlich machen. Allerdings sind die Hoffnungen, doch noch zu einem brauchbaren Rad- und Wanderweg zu kommen, nicht sehr groß. "Die Behörden machen mit uns, was sie wollen", beklagt Carlo Folgmann. "Auf die Basis wird nicht gehört." Der Bürgermeister rechnet damit, dass der Weg den Kommunen zwangszugeordnet wird.

Unterdessen gibt es weitere Probleme mit dem Uferweg. Die Poller mussten bereits erneuert werden, weil Autofahrer sie umgefahren hatten. "Außerdem entwickelt sich die Strecke immer mehr zu einer Müllhalde, so Gemeindevertreter Georg Brandt. "Entsorgen muss das in Zukunft die Gemeinde."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen