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Schwerin - Wuppertal : Bürger leben Städtepartnerschaft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heute vor 30 Jahren wurde zwischen Schwerin und Wuppertal die erst zweite deutsch-deutsche Partnerschaft vertraglich vereinbart

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Christine Zapfe kam vor 17 Jahren nach Schwerin – aus der Partnerstadt Wuppertal. Derzeit nutzt die Lehrerin die Ferienzeit und besucht die Eltern in ihrer Heimatstadt. „Ich bin so froh, in Schwerin zu leben. Als ich heute morgen vor die Tür trat, regnete es in Strömen. Und wenn es in Wuppertal erst mal regnet, dann regnet es.“ Wichtigstes Utensil für den Stadtspaziergang: der Regenschirm. „In Schwerin bin ich nie mit einem Regenschirm unterwegs.“

Die meteorologischen Unterschiede tun der Partnerschaft von Schwerin und Wuppertal aber keinen Abbruch. Heute vor genau 30 Jahren wurde der Vertrag unterzeichnet. Es war eine der ersten deutsch-deutschen Verbindungen zweier Kommunen. Nach zähen Verhandlungen wurde der Vertrag am 9. Februar 1987 in Wuppertal und am 26. Februar in Schwerin besiegelt. Der Start war allerdings nicht einfach.

„Wir hatten große Hoffnungen in die Perestroika gesetzt und hofften, durch die Partnerschaft Kontakt zu Juristen in Wuppertal zu bekommen“, sagt Volkbert Keßler. Er war 1987 Vorsitzender der „Vereinigung demokratischer Juristen“ in Schwerin. „Das war natürlich nicht möglich.“ Der damalige Oberbürgermeister Dr. Helmut Oder hat bei einer Zusammenkunft als erstes klar gemacht: „Wer fährt, bestimmen immer noch wir.“

1989 aber war es soweit. Nach der Grenzöffnung gab es sofort einen intensiven Austausch mit Staatsanwälter, Richtern und Rechtsanwälten aus Schwerins Partnerstadt. „Gerade beim Aufbau der Jugendgerichtsbarkeit haben uns die Wuppertaler sehr geholfen“, sagt Keßler. „So etwas gab es in der DDR ja gar nicht.“

Doch nicht nur Juristen fanden zu einander. So schenkte Schwerin dem Wuppertaler Zoo zu dessen Jubiläum den Pinguin Heinrich. Im Gegenzug beteiligte sich der Zoo-Förderverein aus dem Bergischen an der Claramanie-Aktion des Schweriner Tierparks. Wuppertaler und Schweriner Automobilisten organisierten eine Oldtimer-Ausfahrt durch Westmecklenburg. Und die Partnerstadt aus Nordrhein-Westfalen präsentierte sich auch auf der Bundesgartenschau 2009.

Bis 1990 gab es nur „offizielle“ Kontakte. „Inzwischen ist die Partnerschaft mit Wuppertal eine Partnerschaft der Bürger“, sagt Schwerins Stadtpräsident Stephan Nolte, der selbst Wuppertaler ist. „Jetzt begegnen sich Vereine, Chöre und Sportgruppen.“

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