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Schweriner Anleger gesucht : Bürger können WGS Geld leihen

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

850 000 Euro will das städtische Unternehmen für die Modernisierung eines Wohnblocks einsammeln und zahlt vier Prozent Zinsen

von
erstellt am 06.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Die Wohnungsgesellschaft (WGS) geht bei der Finanzierung von Investitionen neue Wege. Für die Sanierung und den Umbau eines Neubaublocks in der Neubrandenburger Straße legt sie mit Unterstützung der Invest-Plattform Exporo eine so genannte Bürger-Wohn-Anlage auf. Schweriner können hier zwischen 500 und 10 000 Euro anlegen.

Die Modernisierung der 50 wohnungen in der Neubrandenburger Straße und der Bau der Außenanlagen inklusive 25 Stellplätzen kostet rund 4,5 Millionen Euro. Die Banken geben allerdings zunächst nur 60 Prozent der Investitionssumme als Kredit. Erst wenn alle Wohnungen vermietet sind, gibt es einen höheren Kredit. „Wir wollen diese Finanzierungslücke mit der Bürger-Wohn-Anlage füllen“, sagt WGS-Geschäftsführer Thomas Köchig. 850 000 Euro sollen damit eingesammelt werden. Dieses Geld wird jedoch weder von der WGS noch von der Exporo verwaltet. „Die Summe geht an einen Treuhänder, der die Rechnungen erst bezahlt, wenn die Handwerkerleistungen erbracht sind.

Vom 16. Januar an können Interessenten im Internet in das Projekt investieren. Die Rückzahlung der jeweiligen Summe erfolgt am 28. Februar 2018 plus einer Verzinsung von vier Prozent pro Jahr. „Damit liegen wir deutlich über den Zinsen für ein Sparbuch oder für Festgeld“, so Thomas Köchig. „Und auch weit über der Inflationsrate.“

Der WGS-Chef ist vom Erfolg der Bürger-Wohn-Anlage überzeugt. „Die WGS bietet damit erstmals Schwerinern die Möglichkeit, in die Zukunft ihrer Stadt zu investieren, sich an der Sanierung eines Mehrfamilienhauses zu beteiligen und vom Erfolg zu profitieren.“ Köchig weist aber auch darauf hin, dass das von den Bürgern investierte Geld zu 100 Prozent weg sein kann. Allerdings nur, wenn die WGS in den kommenden 13 Monaten insolvent wird. Das ist bei dem kommunalen Unternehmen aber sehr unwahrscheinlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass auf diese Weise Geld gesammelt wird. Die 2014 gegründete Exporo hat das bereits für 32 Objekte getan – nicht nur für Wohnhäuser, sondern auch für Windkraft- und Solaranlagen. Die Gesamtsumme beläuft sich auf 36 MIllionen Euro. „Bisher gab es keine Ausfälle“, betont Exporo-Vorstand Julian Oertzen. „Wir analysieren die einzelnen Objekte sehr genau und engagieren uns nur, wenn wir vom Erfolg völlig überzeugt sind.“ Und die Exporo-Projekte sind offenbar begehrt. So ist beim jüngsten Objekt die erforderliche Summe bereits nach drei Stunden zusammengekommen. Es gilt das Windhundprinzip: Nur wer schnell ist, ist dabei.

In Schwerin betritt aber auch Oertzen Neuland. Hat er bisher deutschlandweit Geld von Anlegern eingesammelt, so richtet sich das WGS-Projekt zunächst an die Schweriner. Dafür wurde extra eine Internetseite freigeschaltet. In den Aufgängen der WGS-Häuser werden zudem Informationsplakate aufgehängt.

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