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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 19:45 Uhr

Demen : Bürger kaufen wieder im Dorf ein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Laden bietet um die 300 Artikel des täglichen Bedarfs und lädt zum Verweilen im Café ein

von
erstellt am 05.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Rund fünf Jahre nach dem Aus für den Lebensmittelmarkt in Demen können die knapp 900 Einwohner der Gemeinde wieder im Dorf einkaufen. Henrik Lemcke steht außer am Sonntag täglich hinter dem Tresen und verkauft seinen Nachbarn von Brötchen bis zu Waschmitteln alles, was sie für den täglichen Bedarf benötigen. „Der Zuspruch in den ersten Wochen macht Mut“, erzählt der 43-Jährige. Denn schon parallel zum Einräumen hatte der Dorfladen neben der alten Schule Anfang August geöffnet. „Am ersten Tag waren es nur die frischen Brötchen“, erzählt der gelernte Koch. Doch jeden Tag kamen weitere Waren in die Verkaufsregale. Jetzt sind es um die 300 Artikel. Hinzu kommen Imbissbetrieb und Caféangebot, die den Dorfladen vom Morgen bis zum Nachmittag zum lebendigen Treffpunkt machen.

„Das hat uns im Dorf gefehlt“, blickte Bürgermeisterin Heidrun Sprenger von der Wählergruppe Demen am Sonnabend zurück. Am Wochenende wurde Einweihung gefeiert. Das war kein offizieller Festakt, sondern vor allem ein Dankeschön an rund 30 Demener die bei der Umgestaltung des einstigen Gemeindebüros zum Dorfladen mitgeholfen haben.

Unermüdlicher Motor dieses Projektes war dabei Hermann Griech. Der Maschinenbau-Ingenieur im Ruhestand hatte im Vorfeld mit einer Befragung abgeklopft, ob so ein Projekt Chancen hat. Und um die 500 Stunden eigene Arbeit steckte der 72-Jährige in das Gebäude. Dass so viele Demener dabei mitmachten, habe ihn immer wieder motiviert und bestätigt, dass sein Leitspruch „Geht nicht, gibts nicht!“ richtig sei. Gern hätte der Rentner auch den Verkauf übernommen, doch das lässt seine Gesundheit nicht zu.

Diese Aufgabe übernimmt nun Henrik Lemcke. Und der gelernte Koch weiß, „dass ich damit nicht reich werden kann“. Aber der 43-Jährige setzt auf all seine Nachbarn, die sich einen Dorfladen gewünscht hatten und ihm nun als Kunden nutzen. „Hoffentlich!“

Bürgermeisterin Sprenger vergaß nicht zu erwähnen, dass es mehr Mühe und Zeit als gedacht benötigte, diesen Dorfladen aufzubauen. Eine harte Nuss war beispielsweise die baurechtliche Umnutzung des Gebäudes. Und auch nicht alle Wünsche ließen sich erfüllen. So fand sich keine Bank, die im Laden einen Geldautomaten aufstelle wollte. Doch die Demener hielten durch und schufen sich ihren Laden.

„Dieser Dorfladen ist der erste Schritt, das Areal an der alten Schule zum generationsübergreifenden Zentrum von Demen zu machen“, hob Sprenger hervor. Seniorenklub und Bücherausleihe sind dort zu finden. Auch eine Physiotherapie-Praxis. Hinzu kommen soll ein Mehrgenerationenhaus mit Kindergarten. Zu diesem zweiten Großprojekt in der Wahlperiode laufen gerade die Verhandlungen mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Und am morgigen Dienstag will die Gemeindevertretung am dritten Großvorhaben weiterarbeiten: Die Auftragsvergabe für den Neubau eines Badesteges am Tiefen See steht auf der Tagesordnung. Dieses Vorhaben soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

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