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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. August 2017 | 01:52 Uhr

Ärger : Bürger gehen mit Müll wandern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Friedrichsthal müssen 150 Familien ihre Mülltonnen künftig bis zu 200 Meter weit zur nächsten Straße bringen

Erneut wird in der Landeshauptstadt der Service für die Bürger eingeschränkt. Die Autos der Müllabfuhr fahren ab dem 10. September nicht mehr in enge Stichstraßen hinein, in denen sie nicht wenden können. Das teilten die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) mit. „Für die Anlieger hat das zur Folge, dass sie ihre Abfallbehälter bis zur nächsten größeren Straße bringen müssen“, erklärt Axel Klabe von den SDS. Für so manchen Bürger bedeutet das eine Tonnenwanderung von bis zu 200 Metern. Die betroffenen Anwohner empörten sich bereits am SVZ-Lesertelefon.

„Wir haben Verständnis dafür, dass die Durchsetzung der Gesetze bei den Anliegern nicht auf Gegenliebe trifft. Jedoch gibt es keinen Ermessensspielraum“, sagt SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek. Hintergrund: Es gibt eine Unfallvorschrift, in der das Rückwärtsfahren verboten wird, um Unfälle zu verhindern. Diese Vorschrift gilt schon seit 1978, ihre letzte Fassung stammt aus dem Jahr 1999.

„Die Berufsgenossenschaft hat uns vor drei Jahren darauf hingewiesen, dass wir die Vorschrift umsetzen müssen“, sagt Matthias Hartung, Geschäftsführer der Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS). „Nach vielen Gesprächen und Vor-Ort-Terminen müssen wir jetzt handeln.“

Betroffen sind zunächst Straßen in Friedrichsthal. Weitere Stadtteile werden aber noch folgen, kündigt Hartung an. Welche das sind, konnte er noch nicht sagen.

Allerdings: Es geht nur um Straßen, die nach 1990 gebaut wurden. Denn die hätten gleich eine Wendeanlage erhalten können. Bei „alten“ Straßen ist ein Umbau wegen der beengten Verhältnisse meist nicht möglich.

Die betroffenen Bürger hätten von ihrem „Glück“ aber eigentlich wissen müssen, so SDS-Chefin Ilka Wilczek. Denn dass die Mülltonne zur nächsten Straße zu bringen ist, steht in den Bebauungsplänen.

Ob geringerer Service auch geringere Müllgebühren bedeutet, konnte Ilka Wilczek nicht sagen. „Das werden wir erst bei der nächsten Gebührenkalkulation sehen.“

 

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erstellt am 17.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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