Schweriner Sängerin : Bühne frei für Samira Hempel

Heute Abend: Lola Blau – in dem Musical von Georg Kreisler schlüpfte die Schauspielerin Samira Hempel schon oft in die Rolle der Lola.
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Heute Abend: Lola Blau – in dem Musical von Georg Kreisler schlüpfte die Schauspielerin Samira Hempel schon oft in die Rolle der Lola.

Schwerinerin steht beim „Bundeswettbewerb Gesang“ in der Finalrunde

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27. November 2017, 12:00 Uhr

Als Samira Hempel vor vier Jahren eine Festanstellung beim Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel bekam, war Schwerin plötzlich weit weg. 460 Kilometer liegen zwischen ihrem Geburtsort und der Stadt im Ruhrgebiet. Will Samira Hempel trotzdem mal nach Schwerin, dann braucht sie aber nur ein paar Kilometer zu fahren, denn in Castrop-Rauxel gibt es einen Stadtteil, der eben auch Schwerin heißt. „Ein schöner Zufall“, sagt die 29-Jährige, die als Schauspielerin und Sängerin viel unterwegs ist. In Rheine, Wolfsburg oder Siegen. In Gifhorn, Diepholz oder Nordhorn. Oder in Berlin, am Mittwoch, wo eine ganz besondere Aufführung auf Samira Hempel wartet. Ihr Publikum ist dann eine Jury. Namhaft besetzt mit Dirigenten, Schauspielern und Regisseuren. Sie suchen die Besten beim Bundeswettbewerb Gesang, Europas größtem nationalen Gesangswettbewerb, der alle zwei Jahre Künstlern aus den Bereichen Chanson und Musical die Chance bietet, sich vor Casting-Direktoren, Intendanten, Künstlerischen Leitern und Choreografen zu zeigen und noch mehr wertvolle Bühnenerfahrung zu sammeln. „Das ist eine hervorragende Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen“, sagt die Künstlerin. Die Konkurrenz sei groß. Bei diesem Wettbewerb und in der Branche sowieso. „Jedes Jahr kommen von den staatlichen und privaten Schauspielschulen viel mehr ausgebildete Künstler, als es freie Stellen an Theatern gibt“, weiß Samira Hempel, die ihr Abitur auf dem Schweriner Goethe-Musikgymnasium absolvierte, ein Praktikum am Mecklenburgischen Staatstheater machte und ihr Diplom für Musik und Theater an der Hochschule Rostock bekam. Verheiratet ist Samira Hempel mit dem ebenfalls aus Schwerin stammenden Schauspieler und Regisseur Sven Jenkel, der in Neustrelitz arbeitet und lebt.

Die Zeit für eine Teilnahme am Bundeswettbewerb Gesang drängte, denn die Teilnehmer dürfen nicht älter als 30 Jahre alt sein. Schon lange habe sie mit dem Gedanken gespielt, bei diesem viel beachteten Wettbewerb mitzumachen. „Jetzt habe ich mich kurz vor Schluss doch noch getraut“, gibt sie zu.

Die Vorauswahl fand vor sechs Wochen in Osnabrück statt. Mit einem 45-Minuten-Repertoire überzeugte sie die Jury. Das will sie übermorgen auch. Zehn Minuten hat sie dann Zeit, um unter anderem mit ihrem Wahllied „Alpentraum“ – einem Lied des Chansons-Duos Weber-Beckmann – zu punkten. Etwa 35 Konkurrenten sind noch im Rennen. Setzt sich die Schwerinerin durch, dann winkt ihr ein Preisgeld von bis zu 5000 Euro. Und die Teilnahme am Preisträger-Konzert auf der größten bespielbaren Bühne der Welt im Berliner Friedrichstadt-Palast am 4. Dezember. „Gerade dieser Auftritt wäre toll“, sagt Samira Hempel. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Kandidaten nach ihrem Auftritt für Produktionen wie „Cabaret“, „Jesus Christ Superstar“ oder „Tanz der Vampire“ engagiert worden, heißt es von Seiten der Veranstalter.

Vor genau 30 Jahren gewann übrigens ein Herr namens Matthias Otto den Gesangs-Wettbewerb. Mittlerweile stand er auch schon oft auf Schweriner Bühnen. Besser bekannt ist er unter dem Namen Max Raabe.

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