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Stadtbibliothek muss umziehen : Buchausleihe im alten Kaufhaus

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Die Fassade suggeriert ein solides Haus, doch das Gebäude der Schweriner Stadtbibliothek ist zu klein und marode. Deshalb soll sie umziehen. Das ehemalige C&A-Kaufhaus in der Mecklenburgstraße soll genutzt werden.

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erstellt am 21.Feb.2012 | 10:04 Uhr

Altstadt | Die Fassade suggeriert ein solides Haus, doch das Gebäude der Stadtbibliothek in der Wismarschen Straße ist zu klein und marode. Deshalb soll die Institution umziehen. Der Vorschlag der Verwaltung: Das ehemalige C&A-Kaufhaus in der Mecklenburgstraße soll in Zukunft genutzt werden.

Der jetzige Bibliothekskomplex zwischen der Wismarschen und der Franz-Mehring-Straße wurde ab 1907 zunächst als Piano fortefabrik der Gebrüder Perzina genutzt. Seit den 20er-Jahren gab es häufig wechselnde Nutzungen. Der Fehler : Zu keiner Zeit erfolgte eine umfas sende Sanierung. Das hatte Folgen. Das Gutachten eines Schweriner Architekturbüros führt erhebliche Mängel auf: Starke Verformungen und Schäden an Decken und Unterzügen und Abplatz ungen der Stahlbetonkonstruktion. Im Jahr 2007 musste die Hofunterkellerung bereits wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. "Die erheblichen baulichen Mängel erfordern daher zwingenden Handlungsbedarf", heißt es in einer Vorlage für die Stadtvertreter. "Eine baupolizeiliche Sperrung des Mittelbaus und des Hinterhauses ist nicht ausgeschlossen." Die Funktionalität sei für eine Bibliothek mangelhaft. Das Gutachten kommt zu dem Schluss: "Selbst nach aufwändiger Sanierung und einem Anbau bleibt eine funktionale Nutzung für die Bibliothek eingeschränkt."

Die Architekten schlagen als Lösungsvarianten vor: Der gesamte Gebäudekomplex könnte saniert werden, zusätzlich könnte ein Anbau im Hof entstehen, oder das Vorderhaus wird saniert, alles dahinter wird abgerissen und dahinter ein Neubau errichtet. Diese Vorschläge wurden von den Architekten bereits 2009 gemacht. Erst jetzt hat sich die Verwaltung durchgerungen, das Thema erneut aufzugreifen. Allerdings wird nur noch eine Variante für den bisherigen Standort betrachtet: "Die Sanierung des Vorderhauses, Abbruch der Hofbebauung und Neubau für die Bibliothek".

Außerdem wurden Ersatz-Standorte untersucht. Klarer Favorit der Verwaltung ist die Anmietung des ehemaligen C&A-Kaufhauses in der Mecklenburgstraße. Dazu wurde ein umfangreicher Variantenvergleich angestellt. Daraus leitet die Stadtverwaltung ab, dass die Anmietung für die Landeshauptstadt am günstigsten wäre, um die etwa 110 000 "Medieneinheiten", also Bücher, Spiele, Hörbücher und anderes, unterzubringen. Aber immerhin soll der Mietzins für die im ehemaligen Kaufhaus für die Stadtbibliothek benötigten 3800 Quadratmeter 29 750 Euro pro Monat plus Nebenkosten betragen. Im Vergleich zum bisherigen Standort wären das jährliche Mehrausgaben von rund 450 000 Euro. Dazu kommen einmalige Umzugs- und Ausstattungskosten von 265 000 Euro.

Vorteile sieht die Verwaltung in der besseren Organisation der Bücherei, aber auch darin, dass der neue Standort "verkehrstechnisch optimal gelegen" ist. Dadurch könnten "neue Ziel gruppen angesprochen und erreicht werden". Außerdem werde das Angebot an kultureller Bildung für Familien "durch die Umsetzung der Maßnahme gestärkt". Der Vorschlag für den Bibliotheksumzug soll jetzt in den Ausschüssen diskutiert und dann der Grundsatzbeschluss durch die Stadtvertretung gefasst werden.

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