Zwischenfall in Schwerin : Brutale Schläge auf ein Kind: Internet diskutiert

Im Freizeitpark an der Wittenberger Straße wurde am Herrentag ein Neunjähriger von einem Mann brutal geschlagen.
Im Freizeitpark an der Wittenberger Straße wurde am Herrentag ein Neunjähriger von einem Mann brutal geschlagen.

Im Freizeitpark wurde am Herrentag ein Junge von einem Mann geschlagen. Gibt es einen fremdenfeindlichen Hintergrund?

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08. Juni 2017, 20:55 Uhr

In den sozialen Netzwerken wird heftig diskutiert und spekuliert, eine offizielle Polizeimeldung gab es bislang nicht: Was geschah am Herrentag im Freizeitpark an der Wittenberger Straße? Fest steht: Ein neunjähriger Junge, der einen ausländischen Vater hat, wurde angegriffen, brutal geschlagen, musste mit Verletzungen im Gesicht im Klinikum behandelt werden. Es gibt einen Verdächtigen: einen 34 Jahre alten Mann, polizeibekannt. Die Frage: Hat die Tat, für die sich mittlerweile auch überregionale Medien interessieren, einen politisch motivierten Hintergrund? Per Facebook wandte sich ein Zeuge an unsere Zeitung. Er behauptet, der Tatverdächtige sei am frühen Abend des 25. Mai alkoholisiert und vollkommen unvermittelt auf den Jungen eingestürmt, der in der Nähe eines Grillplatzes mit anderen Kinder gespielt habe, habe das Kind geschlagen und dabei mehrfach rechtsradikale Parolen wie „Sieg Heil“ skandiert. Mit Freunden solle der Mann außerdem Nazi-Lieder gesungen haben. Nur das beherzte Eingreifen von Passanten habe noch Schlimmeres verhindert, so der fassungslose Zeuge.

Was sagt die Polizei? Sprecher Steffen Salow bestätigt, dass es die bestürzende Attacke auf den Jungen gegeben habe. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sei dem Angriff ein Streit unter Kindern auf einem Spielgerät vorausgegangen. „Wir haben bisher keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund“, betont Salow. Der 34-jährige Tatverdächtige sei wegen politisch motivierter Taten bislang nicht in Erscheinung getreten. Wegen anderer Straftaten schon.

Die Polizei habe die Angelegenheit von Anfang an sehr ernst genommen, versichert Salow, sei am Herrentag mit vier Beamten vor Ort gewesen. Dass bei der Tat im Freizeitpark verfassungsfeindliche Parolen gerufen worden sein sollen, das habe bei der Anzeigenaufnahme niemand gegenüber den Polizisten ausgesagt.

Freilich: Auch Polizeisprecher Salow will nicht ausschließen, dass sich im Laufe der Ermittlungen doch noch ein fremdenfeindlicher Hintergrund herausstellt. „Unsere Untersuchungen dauern an, alle Zeugen werden noch einmal vernommen.“

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