Neue Mautstrecke in Schwerin : Brummis zahlen auf Umgehung

Die Umgehungsstraße ist für Laster kostenpflichtig. Mautbrücken sollen aber nicht gebaut werden, der Bund setzt auf mobile Kontrollen.
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Die Umgehungsstraße ist für Laster kostenpflichtig. Mautbrücken sollen aber nicht gebaut werden, der Bund setzt auf mobile Kontrollen.

Mautpflicht für Lastwagen gilt auf B 106 zwischen Lankow und Haselholz / Stadt prüft, ob sich Verkehr auf andere Straßen verlagert

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25. Juli 2015, 08:00 Uhr

Die Zeiten, in denen Lastwagen die Schweriner Ortsumgehung zum Nulltarif befahren konnten, sind vorbei. Auf der B 106 von der Kreuzung Ludwigsluster Chaussee über Krebsförden, Görries und Neumühle bis zur Kreuzung Lärchenallee gilt seit diesem Monat die Mautpflicht für Lkw über 12 Tonnen. Vom 1. Oktober an wird die Gebühr auch für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen erhoben.

In der Stadtkasse freilich landen die Einnahmen aus der Maut in Schwerin nicht. Sie fließen vielmehr in den großen Topf der Infrastrukturfinanzierungsgesellschaft, werden deutschlandweit für Straßenbaumaßnahmen verwendet, wie der Sprecher des Bundesamtes für Güterverkehr, Horst Roitsch, betont. Insgesamt 4,46 Milliarden Euro habe die Mautpflicht im vorigen Jahr eingebracht.

Seit dem 1. Juli sei die Abgabe auf weitere 1100 Kilometer Bundesstraße ausgeweitet worden, darunter eben auch auf die Schweriner Ortsumgehung, erläutert Roitsch. Stationäre Kontrollbrücken werde es auf der gut zehn Kilometer langen Strecke in der Landeshauptstadt aber nicht geben. Ob sich Speditionen und Brummi-Fahrer an die Mautpflicht halten, werde durch mobile Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr überprüft, so der Sprecher.

Wie hoch die Maut für den jeweiligen Lastwagen ist, richtet sich nach Darstellung von Roitsch nach der Zahl der Achsen und der Schadstoff-Klasse. Derzeit bewegten sich die Kosten zwischen 12,5 und 21,4 Cent pro Kilometer, von Oktober an würden es zwischen 8,1 und 21,8 Cent sein.

„Die Akzeptanz des Mautsystems in Deutschland ist groß“, betont der Sprecher des Bundesamtes für Güterverkehr. Bei rund 23 Millionen kontrollierten Lkw im vergangenen Jahr habe es nur in deutlich weniger als einem Prozent der Fälle Beanstandungen gegeben – wer allerdings der Zahlungspflicht nicht nachkomme, müsse mit Bußgeldern zwischen 120 und 480 Euro rechnen.

Insgesamt gilt die Mautpflicht nach Angaben von Roitsch nun auf 12 800 Autobahn- und 2300 Bundesstraßen-Kilometern. Welche Konsequenzen die Ausweitung der Zahlungspflicht auf die Ortsumgehung für den Verkehr in Schwerin haben wird, ist laut Stadt gegenwärtig noch nicht absehbar. Das Amt für Verkehrsmanagement werde bei den routinemäßig durchgeführten Verkehrszählungen im Stadtgebiet auswerten, ob sich Verlagerungseffekte auf die nicht von der Mautpflicht betroffenen Straßen ergeben, heißt es.

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