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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 09:56 Uhr

Wir in Brüsewitz : Brüsewitzer Blech ist Gold wert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Traditionsbetrieb LTA ist der größte Arbeitgeber in der Gemeinde – und baut aus

von
erstellt am 12.Okt.2015 | 17:53 Uhr

„Wir wollen das beste Blechverarbeitungszentrum Norddeutschlands werden.“ Dieser Satz mit dem ehrgeizigen Ziel kommt Thorsten Thiel von der Geschäftsführung des LTA Brüsewitz selbstbewusst über die Lippen. Denn die Auftragslage ist gut. Das Geld für die Millionen-Investition inklusive Hallenneubau sowie moderner Technik steht bereit. Thiel weiß aber auch, dass die Mitarbeiter in Brüsewitz das können. „Nur von Fachleuten haben wir nie genug.“ Dabei hat die Firma mit ihren vier Standorten heute um die 230 Angestellte, 180 davon am Hauptsitz im Dorfkern von Brüsewitz. Und dort geht es nicht nur ums Blech. Die Brüsewitzer sind Zulieferer für den Fahrzeugbau, stellen Spezialwaagen her, sind Partner der Landwirtschaft. „Es läuft in allen Bereichen“, betont Thiel.

Seit dem Jahr 2000 geht es mit der Firma LTA Anlagentechnik eigentlich immer nur bergauf. Dank der Firmenübernahmen durch den Hamburger Unternehmer Andreas Schmitt konnte das Aus der 1968 als Volkseigener Betrieb gegründeten Firma abgewendet werden. Knapp 50 Fachkräfte waren zur Jahrhundertwende noch beschäftigt, zumeist als Dienstleister für Landwirte. Mit dieser Stammbelegschaft den Neustart zu wagen, war goldrichtig, schätzt Thiel heute ein. Neue Geschäftsfelder wurden erobert, Leute zurück an ihren Arbeitsplatz geholt, junge Fachkräfte ausgebildet. Und dieses Konzept funktioniert nicht nur in Brüsewitz, auch in Carlow und Schwerin wurden von Insolvenz bedrohte Metallfirmen übernommen und in den Firmenverbund integriert.

Von diesen Erfolgen hat die Gemeinde Brüsewitz profitiert: Arbeitsplätze und erst recht im verarbeitenden Gewerbe sind rar. LTA ist inzwischen wieder der größte Arbeitgeber in der Gemeinde und damit auch Zugpferd für andere Firmen. Das wurde auch jenseits der Dorfgrenzen registriert: Schon 2004 gab es die Auszeichnung als Unternehmen des Jahres im Landkreis Nordwestmecklenburg. 2012 würdigte das Land LTA gleich doppelt – für seine Standort- und Fachkräftesicherung.

Diesen Weg will die Firma konsequent weitergehen – mit modernster Technik und ausgebildeten Fachleuten. „Wir bilden schon immer aus“, unterstreicht Thiel. Aber von den 20 zu vergebenden Lehrstellen sind nie alle besetzt. Thiel: „Auch deshalb suchen wir schon wieder händeringend Fachleute. Mindestens zehn könnten wir sofort einstellen.“ Schweißer, Schlosser, Mechatroniker, CNC-Kanter, Konstruktionsmechaniker sind gefragt. Denn Schweißroboter, Laserschneider, Biegemaschine leisten heute zwar die Schwerstarbeit, aber ohne Fachpersonal geht es auch nicht.

Statistik

Die Gemeinde Brüsewitz  in ihrer heutigen Form gibt es seit 1974. Zuvor waren Brüsewitz, Groß Brütz, Gottmannsförde und Herren Steinfeld  selbstständig.   In den  vier  Dörfern leben derzeit  2055 Einwohner.  Damit ist Brüsewitz die einwohnerstärkste Gemeinde   im Amtsbereich Lützow-Lübstorf. Das Territorium erstreckt sich über  knapp 3000 Hektar.  Zur Infrastruktur gehören Grundschule,   Kita,  Jugendfreizeitclub. In Brüsewitz gibt es  ein Einkaufszentrum, Arzt-,  Zahnarztpraxis  sowie  eine Praxis für  Physiotherapie. In der Gemeinde  sind zwei wichtige Gewerbestandorte  zu finden  – in Brüsewitz  Metallverarbeitung   und  Milchviehanlage sowie  das Gewerbegebiet an der B 104.   Im Gemeindehaushalt   stehen   Einzahlungen  von  rund 2,8 Millionen Euro  zu Buche. Gewerbesteuern von  390 000 Euro,  Einkommenssteuer von 680 000 Euro bzw. Umsatzsteuer  von  85000 Euro  sowie  Schlüsselzuweisungen von  278000  Euro sind die größten Posten. Die   Ausgaben betragen knapp 2,7  Millionen Euro, allein  735000 Euro als  Kreisumlage   und  243000  Euro  als  Amtsumlage werden sofort abgezogen.

Drei Fragen an den Bürgermeister

Vier Dörfer am Rande Schwerins bilden eine Gemeinde und die  mehr als 2000 Einwohner eine Gemeinschaft. Darauf ist  Bürgermeister Manfred Dutz  (CDU)  stolz. 

Was zeichnet  Ihre Gemeinde aus?

Brüsewitz, Groß Brütz, Gottmannsförde und Herren Steinfeld haben sich seit 1990 als Wohn- und Gewerbestandort gut entwickelt. Allein in Herren Steinfeld stieg die Einwohnerzahl von  zirka  150 auf mehr als 800. In der Gemeinde gibt es über 90 Gewerbeanmeldungen mit mehr als 800 Arbeitsplätzen. Viele Menschen   haben hier Arbeit. Aber auch die Landwirtschaft prägt nach wie vor das Dorfbild. Die Infrastruktur hat sich hervorragend entwickelt. So wurden fast alle Straßen, Schule, Turnhalle, Kita, Feuerwehrhaus und Kulturhaus mit Gaststätte saniert. Unsere Dörfer  sind durch Radwege miteinander  verbunden. Vereine bieten Freizeitmöglichkeiten für alle Altersstufen und prägen das Dorfleben. Die Bereitschaft  zur  ehrenamtlichen Tätigkeit ist hoch.   Und seit 2010 hat die Gemeinde  auch ein Wappen.

Was sollte sich ein Besucher  anschauen?

Es kommt darauf an,  für was sich der Besucher interessiert.  Ist das die  Natur, dann würde ich ihm den idyllischen Rehmsee bei Gottmannsförde  zeigen.  Interessiert er sich für  historische Gebäude, so würde ich ihm die wunderschönen Gutshäuser  in Groß Brütz und Gottmannsförde und  die Kirche in Groß Brütz zeigen. Interessiert  er sich für Freizeitmöglichkeiten, so würde ich ihm  die Sportplätze, die Bibliothek und den Jugendfreizeitclub zeigen. Oder er möchte einfach nur mal gut essen. Dann würde ich ihm unser Landhaus in Brüsewitz empfehlen.

Was wünschen Sie sich vom  Nordwestkreis?

Eine tatkräftige Unterstützung  bei  unseren geplanten Projekten. Da steht das Pflege- und Gesundheitszentrum in Brüsewitz vorn an. Aber es gibt auch noch  Straßen zu sanieren, der Bau eines Rundweges um den Rehmsee wäre eine touristische Bereicherung. Die freiwillige Feuerwehr benötigt ein neues  Löschfahrzeug.  Und ganz neu ist ja, dass wir   das Landeserntedankfest 2016 ausrichten, das geht nicht ohne Unterstützung.

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