Neue Hoffnung : Brückenschlag für Stadionbrücke

Im November soll es der Stadionbrücke an den Beton gehen. Weil sie sich kaum noch selbst tragen kann, reißt die Stadt die Überführung ab.
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Im November soll es der Stadionbrücke an den Beton gehen. Weil sie sich kaum noch selbst tragen kann, reißt die Stadt die Überführung ab.

Erst nein, jetzt doch ja: Neue Stadtpolitik plädiert für Neubau der Überführung – Land stellt 3,5 Millionen Euro EU-Fördermittel in Aussicht

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09. Juli 2014, 07:45 Uhr

Bekommt Schwerin jetzt doch eine neue Stadionbrücke? Zumindest haben sich Schwerins Stadtpolitiker in der Sitzung des Hauptausschusses gestern Abend einstimmig für einen Neubau ausgesprochen. Der Grund: Das Land hat etwa 3,5 Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Regionalfonds (EFRE) in Aussicht gestellt – diese sind aufgrund des Zeitmangels allerdings an strikte Auflagen gebunden. Eine endgültige Entscheidung muss die Stadtvertretung im September treffen. Die positive Entscheidung des Hauptausschusses reiche aber aus, um einen Fördermittelantrag auf den Weg zu bringen, erklärte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Damit werde die Verhandlung, die bisher per Handschlag erfolgte, dann auch unterfüttert.

Die Überführung über die Crivitzer Chaussee verbindet die Krösnitz mit Ostorf, trägt sich aber kaum noch selbst und soll im November abgerissen werden. Über den Verkehrsknoten rollen laut Verwaltung täglich etwa 30 000 Fahrzeuge, 6000 über die Brücke. Ein Beschluss aus der vorangegangenen Legislaturperiode der Stadtvertretung hatte sich aufgrund des Zehn-Millionen-Euro-Sparpakets noch gegen einen Neubau ausgesprochen. Nach Protesten aus der Bevölkerung bemühte sich die OB eigenen Angaben nach bei der Landesregierung um Fördermittel. Das Land teilte demnach mit, „dass für den Bau der Stadionbrücke Mittel des Europäischen Regionalfonds der auslaufenden Förderperiode eingesetzt werden können. Andere Fördermöglichkeiten stehen derzeit nicht zur Verfügung.“ Die damit gesetzte Frist bildet auch die Crux, für die die Stadt allerdings einen Ausweg zu haben scheint. „Es ist ein Risiko dabei“, so Gramkow. Zwar könne Schwerin den zeitlichen Rahmen für den Bau der Brücke, das sei der 31. Dezember 2015, nicht einhalten, allerdings könnten die Fördermittel umgeleitet werden. Statt für die Stadionbrücke würden die in Aussicht gestellten 3,5 Millionen Euro in den Neubau der Brücke Wittenburger Straße fließen. Dafür muss das EFRE-Fördergebiet ausgeweitet werden. Darüber befinden jetzt parallel die Fachausschüsse. Der Brückenbau Wittenburger Straße schlägt mit 4,65 Millionen Euro zu Buche. Der Bau muss – anstelle der Stadionbrücke – bis 31. Dezember 2015 abgeschlossen sein und mit Schlussrechnung vorliegen, so die OB. Erst dann könne die Stadt die dort frei werdenden Mittel in den Neubau der Stadionbrücke stecken. Sonst würden die Fördermittel verloren gehen und der Stadionbrückenbau müsse neu verhandelt werden. „Diesen Zeitrahmen einzuhalten ist denkbar“, so Gramkow. Denn der Planungsprozess bei der Brücke Wittenburger Straße sei weiter vorangeschritten und der Bauzeitraum mit zehn Monaten veranschlagt worden.

Abriss und Neubau der Stadionbrücke werfen nach einer aktuellen Prognose der Verwaltung bis 2018 Kosten von rund 4,75 Millionen Euro auf. Im Mai 2012 hatte die Stadt noch mit 4,5 Millionen Euro Kosten und etwa 65 Prozent Förderung gerechnet (SVZ berichtete).

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