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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 10:35 Uhr

Geldsorgen : Brücken-Chaos in Schwerin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gleich drei Bauwerke in der Stadt sind marode und müssen neu gebaut werden – doch die Finanzen sind offenbar noch unklar

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Gleich drei Brücken in der Stadt sind die Sorgenkinder der Verkehrsexperten der Stadtverwaltung: Die Brücke in der Wittenburgerstraße, die in der Wallstraße und die so genannte Stadionbrücke zur Krösnitz. Die ersten beiden sind marode und müssen dringend saniert werden. Die dritte wird demnächst abgerissen – weil sie kaum noch sich selbst trägt – und zunächst durch eine Kreuzungslösung ersetzt. Doch Bürger und Stadtvertreter wollen einen Neubau. Das in allen Fällen stehende Problem: die Finanzen. Denn die hochverschuldete Stadt hat das Geld nicht – und die Kommunalaufsicht des Landes schaut sehr genau darauf, in welcher Höhe Kredite aufgenommen werden.

Die Brücke, die im Zuge der Wittenburger Straße über die Eisenbahnstrecke führt, sollte eigentlich erst 2016 neu gebaut sein. Doch nun hat sich die Verwaltung etwas anderes überlegt. Das Land hat noch freie Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre), die Schwerin für die Brücke eventuell bekommen könnte. Das hätte den Vorteil, dass städtisches Geld für den Neubau der Stadionbrücke frei werden würde. Der Knackpunkt: Die Efre-Mittel müssten bis Ende 2015 abgerechnet sein. „Für Abriss und Neubau stünden nur 16 Monat zur Verfügung“, sagt Stadtvertreter Rico Badenschier. „Ist das zu schaffen?“ Und was ist, wenn der Termin Dezember 2015 nicht gehalten wird? „Dann müsste die Stadt den Neubau aus eigener Tasche bezahlen.“ Für die Stadionbrücke wäre kein Geld mehr da. Fazit: Die Zeit wird knapp.

Dabei ist offenbar noch gar nicht klar, ob die Stadt überhaupt Fördermittel bekommt. Das jedenfalls geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Schweriner Landtagsabgeordneten Silke Gajek an das Wirtschaftsministerium hervor. Darin heißt es: „Es ist zutreffend, dass Gespräche zwischen der Landeshauptstadt Schwerin und dem Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus zur Unterstützung der Landeshauptstadt bei der Finanzierung anstehender Brückenbauvorhaben stattgefunden haben.“ Es seien „Lösungsvarianten“ besprochen worden. Und die Stadt wolle dem Ministerium „detaillierte Erläuterungen“ zu den Bauvorhaben zukommen lassen. Allerdings: „Diese liegen bislang nicht vor.“ Die Antwort datiert vom 6. August.

Und zur Brücke in der Wallstraße gibt es ebenfalls noch Unklarheiten. Der zuständige Ortsbeiratsvorsitzenden Steffen Wehner kennt jedenfalls noch keine Zeitplanung. Und eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn zum Neubau gibt es auch noch nicht. Dabei muss in der Bauphase der Bahnhaltepunkt Mitte zumindest tageweise geschlossen werden.

 

 

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