Augustenhof : Brücke ohne Zukunft?

In denBrückenkörper dringt durch den defekten Straßenbelag bei Regen Wasser ein, dadurch rosten die Stahlträger. Der Beweis sind die Tropfsteine, die sich an der Unterseite der Brücke bilden, zeigt Andreas Apelt, der Ortsteilvertreter von Augustenhof.
In denBrückenkörper dringt durch den defekten Straßenbelag bei Regen Wasser ein, dadurch rosten die Stahlträger. Der Beweis sind die Tropfsteine, die sich an der Unterseite der Brücke bilden, zeigt Andreas Apelt, der Ortsteilvertreter von Augustenhof.

Verkehrs- und Standsicherheit ist beeinträchtigt. Pinnow und Crivitz können Kosten für Instandsetzung nicht tragen

svz.de von
17. Mai 2018, 21:00 Uhr

Auch wenn hinter der Warnowbrücke in Augustenhof die befestigte Straße nach Pinnow endet – dieser Verkehrsweg wird gebraucht. „Nicht jeder hier hat ein Auto“, sagt Andreas Apelt, Ortsteilvertreter von Augustenhof. Der Stadtteil von Crivitz, in dem etwa 50 Einwohner leben, ist vom Stadtzentrum sieben Kilometer entfernt, vom Nachbardorf Pinnow nur drei. Von Pinnow fährt aber der Bus nach Schwerin, dort gibt es die nächste Einkaufsmöglichkeit, argumentiert Apelt. „Einige Einwohner von Augustenhof laufen deshalb die 20 Minuten zu Fuß nach Pinnow, andere fahren mit dem Fahrrad.“ Doch wer trockenen Fußes nach Pinnow will, muss die Brücke über die Warnow überqueren. Auch Radtouristen fahren regelmäßig darüber, Autofahrer ebenfalls. Zudem liegen Wald- und Wiesenflächen auf beiden Seiten des Flusses, die landwirtschaftlich genutzt werden. Die freiwillige Feuerwehr nutzt die Brücke, um Löschwasser zu entnehmen.

Doch bald könnte mit dieser Warnowüberquerung Schluss sein: „Brücken werden alle drei Jahre überprüft. Schon 2015 war der Zustand kritisch“, erläutert Andreas Apelt. Aber niemand unternahm etwas, so dass nach dem Ergebnis der jüngsten Überprüfung die Signale auf Rot stehen. Das Ingenieurbüro IBD stellte im April in einem Gutachten fest, dass sowohl die Standsicherheit als auch die Verkehrssicherheit des 44 Jahre alten Bauwerks beeinträchtigt sind. „Durch den maroden Straßenbelag dringt Wasser in den Spannbetonkörper. Dadurch rosten die Eisenträger“, informiert Apelt. Als Beweis haben die Ingenieure die kleinen, weißen Tropfsteine an der Unterseite des Brückenkörpers erkannt. Die Fachleute empfehlen eine grundhafte Instandsetzung, sonst muss das Bauwerk in einigen Jahren für den Verkehr gesperrt werden. Geschätzte Kosten: 152 000 Euro. Jeweils die Hälfte sollen Crivitz und Pinnow zahlen. Bei einem Vorort-Termin mit den Bürgermeistern beider Kommunen – Britta Brusch-Gamm aus Crivitz und Andreas Zapf aus Pinnow – stellten beide klar, dass ihre Kommunen diese Kosten auf keinen Fall aufbringen können. „Wir müssen haushaltspolitisch Prioritäten setzen“, erklärte Britta Brusch-Gamm auf SVZ-Nachfrage. „Wir haben auch noch die Ortsdurchfahrt Sandstraße, die unbedingt saniert werden muss. Und die Brücke Moorwiesenweg Richtung Krudopp über die Bahngleise ist ebenfalls erneuerungsbedürftig.“ Dort sind die geschätzten Kosten ähnlich hoch. Die Bürgermeisterin kann sich vorstellen, dass die Brücke Augustenhof nur noch für Fußgänger- und Radfahrer offen bleibt. Da die darunter fließende Warnow jedoch eine Bundeswasserstraße ist, sind die Kommunen für die Sicherheit der Wassersportler verantwortlich. Sie müssen verhindern, dass diesen abbröckelnde Teile der Brücke auf den Kopf fallen. Daher ist auch ein Abriss im Gespräch. Die Abrisskosten werden auf etwa 75 000 Euro geschätzt.

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