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Schweriner Brücke : Brücke kommt Stadt teuer zu stehen

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Überführung über die Bahnstrecke nach Rehna im Zuge des Gosewinkler Weges wird fast eine halbe Million Euro teurer, als geplant

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erstellt am 12.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Die Brücke über die Eisenbahnstrecke nach Rehna im Zuge des Gosewinkler Weges kommt den Steuerzahler teuer zu stehen. Statt der im Haushalt veranschlagten 1 402 000 Euro soll die Überführung jetzt 1 875 000 Euro kosten – das sind 473 000 Euro mehr, als geplant. Das Besondere: Die Brücke sichert die Zufahrt zu nur vier Wohngrundstücken, zu einer Photovoltaikanlage, zum ehemaligen Wasserwerk Gosewinkel und zu einigen Kleingärten. Die Überführung dürfte damit in Schwerin die teuerste im Verhältnis zu der Anzahl der Nutzer sein.

Die Höhe der deutlich über den Planungen liegenden Kosten wirft bei den Stadtvertretern Fragen auf. Denn ursprünglich ging die Verwaltung im September 2016 noch von einem Gesamtaufwand von einer Million Euro aus. „Wir hätten wissen können, dass die Kostenschätzung zum Zeitpunkt der Ausschreibung bei gut 1,1 Millionen lag“, gestand Jörg Klawonn vom Verkehrsmanagement gegenüber dem Hauptausschuss ein. „Wir haben die allgemeinen Preissteigerungen nicht berücksichtigt.“ Und auch das Ingenieurbüro hat Kosten von etwa 17 000 Euro unter den Tisch fallen lassen. Denn die Fachplaner wollen spezielle Träger für die Brücke einsetzen, die nur selten verwendet werden und deshalb für das Schweriner Vorhaben extra angefertigt werden müssen. Das kostet natürlich extra.

Die Ausschreibung ergab nun, dass alles noch teurer wird. Außerdem hat das Verkehrsmanagement auch noch einen Risikoaufschlag eingerechnet.

Im Hauptausschuss gab es Stimmen, die Ausschreibung aufzuheben. „ Es kann der öffentlichen Hand nicht auferlegt werden, jedes Angebot anzunehmen, wenn es von den finanziellen Zielen weit entfernt ist“, sagte CDU-Vertreter Gert Rudolf. Über die Brückenkosten wird jetzt im bau- und im Finanzausschuss diskutiert.

Die Mehrkosten von fast einer halben Million Euro müssen anderswo im städtischen Haushalt eingespart werden. In der Beschlussvorlage für die Stadtvertreter heißt es dazu, dass das Geld bei den Positionen „Haupterschließungsstraßen“ und „Anliegerstraßen“ eingespart werden soll. Dadurch müssen aber keine Bauvorhaben gestrichen oder verschoben werden, so Baudezernent Bernd Nottebaum. Durch die späte Genehmigung des Haushalts durch das Innenministerium konnten einige Projekte auch erst vier Monate später als vorgesehen in Angriff genommen werden. Damit konnten einige Gelder auch nicht ausgegeben werden – die Mittel fließen jetzt in die teurere Brücke Gosewinkel.

Unterdessen wird von einigen Stadtvertretern immer noch darüber diskutiert, ob die Brücke überhaupt erforderlich ist, oder ob es auch ein deutlich billigerer Bahnübergang tut. Dieses Ansinnen aber hatte das Bundesverkehrsministerium schon vor langer Zeit strikt abgelehnt.

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