Warsows Baustellen : Brücke fertig – ein Wunsch bleibt

Mit einem beherzten Schnitt haben die Brückenbaubegleiter von Kommune und Landkreis gestern das Band durchtrennt. Nun ist wieder frei Fahrt.
Mit einem beherzten Schnitt haben die Brückenbaubegleiter von Kommune und Landkreis gestern das Band durchtrennt. Nun ist wieder frei Fahrt.

Sude-Überquerung zwischen Warsow und Mühlenbeck wurde gestern offiziell übergeben – Der Gemeinde fehlt nun noch ein Gehweg

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13. Dezember 2016, 12:00 Uhr

„Endlich wieder freie Fahrt“, sagt die Warsower Bürgermeisterin Gisela Buller und bestaunt gestern die neue Brücke über die Sude. Lange habe es gedauert, aber jetzt sei wieder alles gut, schiebt sie hinterher. Die Brücke war wegen ihres schlechten Zustandes schon lange nur noch eingeschränkt befahrbar. Ein zähes Ringen im Bauausschuss des Landkreises Ludwigslust-Parchim und Anträge auf Förderung gingen dem Projektstart voraus, bevor das mehr als 60 Jahre alte Bauwerk abgerissen werden konnte.

Im Sommer vergangenen Jahres hat der Landkreis den Worten Taten folgen lassen – mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Dieser wurde in diesem Frühjahr fertiggestellt und im September folgte der zweite Abschnitt. Insgesamt 680 000 Euro sind an Baukosten in die Sude-Überquerung geflossen. Ein nicht geringer Teil kam aus dem Finanzstrumpf des Landes: Für den Ersatzneubau einschließlich der Straßenanbindung sind Fördermittel in Höhe von 343 000 Euro geflossen.

Nicht nur für die Brücke an sich wurden viel Stahl, Beton und Kies bewegt. Im Vorfeld mussten allein 1700 Kubikmeter Sand angefahren werden. „Da wir neben der bisherigen Strecke gebaut haben und der Untergrund unbelastet war, musste eine sogenannte Vorlastschüttung erfolgen“, erklärt Ralf Kühl vom Fachdienst Straßen- und Tiefbau des Kreises. Sechs Monate musste der Sand zunächst liegen, bis sich der Boden verdichtet hatte und dann wurde er entfernt. „So mancher Autofahrer hat sich sicher gefragt, warum wir so hohe Sandberge auffahren, doch das war alles für einen stabilen Baugrund“, erläutert Kühl weiter. Nun ist alles fertig und die Brücke halte mindestens 75 Jahre, sicherte der Fachmann zu. Musik in den Ohren von Bürgermeisterin Buller. Aber eine Sache gibt es noch, die ihr an der Sude-Überquerung Sorgen bereitet: „Wir brauchen einen Gehweg für die Schüler, die hier entlang der Brücke zum Bus müssen, denn die Bushaltestelle ist auf der anderen Seite in Richtung Schossin. Doch uns fehlt das Geld.“ Denn selbst wenn so ein Weg gefördert würde, müsse die Gemeinde für die Planungskosten aufkommen und den Eigenanteil beisteuern. „Wir sind in der Haushaltskonsolidierung – da ist kein Cent locker“, schiebt Buller hinterher. Dennoch will sie sich im kommenden Jahr für einen Gehweg stark machen.

Für den Ersatzneubau an sich hat sich unter anderem der Bauausschuss des Landkreises stark gemacht: „Der Kreis ist zuständig für 80 Brücken, 975 Kilometer Kreisstraße und 132 Kilometer Radweg. Aber das Geld reicht nie für alle Baustellen, wir müssen genau abwägen“, erklärt Bauausschussvorsitzender Christian Geier. Der CDU-Kreispolitiker weiß um die teilweise sehr schlechten Zustände der Kreisstraßen und -brücken. Umso mehr ist auch er zufrieden, wenn ein Projekt abgeschlossen werden kann. Dafür sei es notwendig, schnell über den Haushalt und die Investitionen zu entscheiden. Für das 2017 ist der nächste Brückenbaustein bereits ins Rollen gebracht: die Brücke über die Warnow bei Vorbeck. Weitere Straßen- wie auch Brückenbauprojekte werden Donnerstag im Kreisstag diskutiert.

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