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Ende der Gastro-Ausbildung in Schwerin : Brodkorb verbaut Spaniern die Zukunft

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Mit der Untersagung des Schulbetriebes an der Ecolea durch Bildungsminister Mathias Brodkorb, um die staatlichen Gastro-Schulen in Parchim und Wismar zu schützen, steht das berufliche Schicksal der Spanier auf dem Spiel.

svz.de von
erstellt am 07.Aug.2013 | 06:23 Uhr

Schwerin | Es sah alles so gut aus: Die Agentur für Arbeit hat junge arbeitslose Spanier in die Region geholt und damit nicht nur einen Beitrag zur europäischen Integration, sondern "insbesondere zur nachhaltigen Lösung des Arbeitskräftebedarfs in unserer Region" geleistet, betont Jana Maiwirth, Regionalleiterin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Mit der Untersagung des Schulbetriebes an der privaten Ecolea durch Bildungsminister Mathias Brodkorb, um die staatlichen Gastro-Schulen in Parchim und Wismar zu schützen (SVZ berichtete), steht auch das berufliche Schicksal der jungen Spanier auf dem Spiel.

Für die Spanierinnen sei die Zukunft in Schwerin perspektivreich gewesen: kurze Wege zwischen Arbeits-, Wohn- und Schulstandort und wenig finanzieller Aufwand. Der Ausbildungsbetrieb übernahm den Transport zur Schweriner Gastro-Schule. Einen Führerschein haben die Spanier nicht. Die Ausbildung in der Ecolea war zudem auf die tatsächlichen Vorkenntnisse abgestimmt - sowohl fachlich als auch sprachlich. "Gängige Praxis ist, dass diese individuelle Förderung in Parchim nicht stattfindet", sagt die Dehoga-Chefin. Wie die Spanier nach Parchim zur Berufsschule kommen sollen, wer die Mehrkosten trägt - diese Fragen seien unbeantwortet.

Indes hat auch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow im Streit um die Gastro-Ausbildung in der Landeshauptstadt eine vernünftige Lösung für die 20 betroffenen Jugendlichen angemahnt. "Es muss schnell eine Perspektive für die Fortführung der Ausbildung der betroffenen Jugendlichen gefunden werden. Es kann nicht sein, dass der Streit um den Fortbestand der Gastronomie-Ausbildung in der Landeshauptstadt auf dem Rücken der jungen Leute ausgetragen wird." Und sie ergänzt: "Wir haben auch die private Ausbildungsinitiative unterstützt. Klar ist aber auch, dass es dazu einer Genehmigung durch das Bildungsministerium bedarf, die bis heute nicht vorliegt. Ein Ausbildungsstart unter diesen Vorzeichen war unverantwortlich. Jetzt brauchen wir schnell eine Lösung, damit die Ausbildung der Jugendlichen fortgeführt werden kann", sagt Gramkow.

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