Schwerin : Bremsen Baustellen die Drachenboote?

<strong>Seit Jahren die Nummer eins im deutschen Drachenbootsport: </strong>Die Rennen auf dem Pfaffenteich ziehen mittlerweile auch internationale Teams nach Schwerin.<foto>SVZ</foto>
Seit Jahren die Nummer eins im deutschen Drachenbootsport: Die Rennen auf dem Pfaffenteich ziehen mittlerweile auch internationale Teams nach Schwerin.SVZ

Die Straßensanierungen in Schwerin werden zur Gefahr für die traditionsreichen Großveranstaltungen Drachenbootfestival im August und das Altstadtfest im September. Diesbezügliche Aussagen sorgen für helle Aufregung.

svz.de von
20. Januar 2013, 06:40 Uhr

Schwerin | Die innerstädtischen Straßensanierungen werden zur Gefahr für die traditionsreichen Großveranstaltungen Drachenbootfestival im August und das Altstadtfest im September. Die von Dr. Bernd Smerdka, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, während der Sitzung des Bauausschusses auf Anfrage getätigte Aussage, die Drachenbootsportler müssten ein bisschen zusammenrücken, dann würde beides parallel funktionieren, sorgt bereits für helle Aufregung bei den Organisatoren des Wassersportspektakels. "Diese Fehleinschätzung zeugt von hoher Unkenntnis", sagt Christoph Richter vom Vorstand der Kanurenngemeinschaft (KRG), die das Drachenbootfestival seit Jahren verantwortet. Bislang habe die Stadt noch nicht einmal offiziell das Gespräch gesucht, um die besondere Situation dieses Jahres zu klären, so Richter.

Das Problem: Bereits im August - nach Fertigstellung des Regenüberlaufbeckens am Nordufer des Pfaffenteichs - will die Stadt mit der lange geplanten Komplettsanierung der Alexandrinenstraße beginnen. Im ersten Bauabschnitt soll die Straße zwischen der Knaudtstraße und der Reutzstraße komplett aufgerissen werden. Da parallel zu dieser Zeit auch die Arbeiten in der Bergstraße noch nicht beendet sein werden, die Sanierung der Schelfstraße aber bereits beginnen soll, ist ein Entlastungsverkehr über eine provisorische Baustraße am Nordufer des Pfaffenteichs geplant (SVZ berichtete).

"Wenn sowohl ein Teil der Alexandrinenstraße als auch der Bereich des Pfaffenteich-Nordufers nicht als Stellfläche für die Team-Zelte der Drachenbootsportler zur Verfügung stehen, ist das Festival nicht durchführbar", sagt Holger Herrmann, Geschäftsführer von maxpress. Sein Unternehmen organisiert im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der KRG seit Jahren die Großveranstaltung. Und eine Absage des tradi tionsreichsten Festivals, das sich in den vergangenen Jahren zur Nummer eins unter den Rennen in Deutschland entwickelt hat, hätte kapitale Folgen, ist sich Herrmann sicher: "Wir haben bereits Verträge mit Partnern geschlossen. Es gäbe einen hohen wirtschaftlichen Schaden."

Auch sportlich wären die Auswirkungen nicht absehbar. "Andere Städte suchen schon seit Langem ihre Chance. Wenn die Teams jetzt statt in Schwerin woanders an den Start gehen, wird es sehr schwer, sie in den kommenden Jahren wieder zurückzuholen", sagt Drachenbootsportler Richter.

Dabei hat Schwerins Festival immer mehr Leistungscharakter und internationales Flair bekommen. Da eine Woche nach den vom 16. bis 18. August geplanten Rennen auf dem Pfaffenteich in Hamburg die Club-Crew-Europameisterschaften stattfinden, werden die Spitzenteams den Pfaffenteich zur Vorbereitung nutzen. Zudem gibt es derzeit Gespräche, auch Drachenbootsportler aus Schweden nach Schwerin zu holen, die ohnehin wegen des parallel stattfindenden Schwedenfestes in Wismar in Deutschland sind.

Das alles zieht immer mehr Freizeit-Teams an, die sich mit den Leistungssportlern in der Landeshauptstadt messen können. "Es sagt schon einiges über die Leistungsdichte in Schwerin, wenn bei uns ein Europameister nicht erster wird", sagt Richter. Das alles dürfe nicht riskiert werden.

Erste Hoffnung macht jetzt die städtische Abwasserentsorgung SAE. Werkleiter Lutz Nieke: "Die Bauablaufpläne sind noch nicht geschrieben. Unser Ziel ist es, dass wir zum Drachenbootfestival am Nordufer mit dem Regenüberlauf becken fertig sind, die Baustraße aber noch nicht genutzt wird. Und in der Alexandrinenstraße wollen wir erst nach den Rennen beginnen."

Noch sind die Organisatoren des Drachenbootfestivals aber nicht offiziell von der Stadt informiert worden, ob sie sich auf Einschränkungen einstellen müssen oder doch alles wie geplant ablaufen kann. Und was die innerstädtischen Bauarbeiten für das vier Wochen später geplante Altstadtfest rund um den Pfaffenteich bedeuten, ist ebenfalls noch völlig offen.

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