Nach gewaltsamen Übergriffen in Schwerin : Brechtschule: Polizei ermittelt weiter

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Die Ermittlungen der Polizei nach den gewaltsamen Übergriffen auf fünf Jungen einer 6. Klasse gehen weiter. War ursprünglich davon die Rede, dass Ergebnisse bis Ende der Woche vorliegen, ruderte die Kripo jetzt zurück.

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28. September 2012, 09:45 Uhr

Grosser Dreesch | Mit dem Beginn der Herbstferien sollte der Alltag an die Integrierte Gesamtschule "Bertolt Brecht" einkehren, doch die Ermittlungen der Polizei nach den gewaltsamen Übergriffen von vier Schülern der gymnasialen Oberstufe auf fünf Jungen aus einer 6. Klasse gehen weiter. War ursprünglich davon die Rede, dass Ergebnisse bis Ende der Woche vorliegen, ruderte die Kripo jetzt zurück mit Terminangaben. "Die Aufklärung des ohnehin schon komplizierten Sachverhalts gestaltet sich deshalb so langwierig, weil Minderjährige befragt werden müssen und das geht stets nur im Beisein der E ltern", erklärt Detlef Dorn von der P olizeiinspektion Schwerin. Das betreffe nicht nur die fünf mutmaßlichen Opfer, sondern auch weitere Zeugen. Verzögerungen habe es zudem dadurch gegeben, dass die Sechstklässler sich derzeit auf Klassenfahrt befinden. Die Befragungen würden aber in der kommenden Woche ungeachtet der F erien regelung fortgesetzt, versicherte Dorn. "Wir befinden uns im engen Kontakt mit der Staatsanwaltschaft und stimmen das Vorgehen ab", so der Mi tarbeiter der Polizeiinspektion.

Unterdessen hat sich der Stadtelternrat mit den Vorfällen beschäftigt. Dieses Gremium würdigt das Vorgehen der Brechtschule. In seiner Erklärung heißt es: "Die Vorfälle der letzten Woche an der IGS Bertolt-Brecht beschäftigten den Schweriner Stadtelternrat auf seiner ersten Sitzung im laufenden Schuljahr. Der Elternvertreter der Brechtschule würdigte dabei das Krisenmanagement der Schulleitung und das Engagement von Lehrern und Schulsozialarbeiterinnen, die konsequent und transparent g ehandelt hätten".

Aus der Sicht der Schulaufsichtsbehörde indes klingt das nicht ganz so euphorisch, ganz im Gegenteil. Henning Lipski, der Pressesprecher des Bildungsministeriums, sagte, er hielte es für richtig, wenn sich die Schulleitung auch öffentlich zu den Vorfällen äußern und Stellung be ziehen würde. Das aktuelle Beispiel Ra stow zeige, dass es für das Image einer Schule durchaus hilfreich sei, wenn sich die Schulleitung öffentlich positioniere und besorgte Eltern immer auf dem La ufenden gehalten würden. Aus seiner Sicht wäre es wichtig zu sagen, dass der Krisenstab arbeite, dass eine Schul psychologin vor Ort sei und Hilfe und B etreuung anbiete, ungeachtet dessen, dass die betreffende Klasse gerade auf Exkursion sei, denn möglicherweise würden auch andere Schüler oder Eltern das Beratungsangebot nutzen.

Warum nur zwei der vier Tatverdächtigen aus der gymnasialen Oberstufe vom Unterricht suspendiert blieben, die anderen beiden beschuldigten Schüler aber wieder an der Schule seien, konnen weder Polizei noch Schulaufsichtsbehörde erklären. Für Montag sei ein weiteres Gespräch der Schulleitung mit den Tatverdächtigen und ihren Eltern anberaumt, sagte Lipski.

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