Lübstorf : Braunrote Fenster für den Bahnhof

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Bahnhofsbesitzer Tino Schauer darf nun doch seine schon gekauften Fenster in Lübstorf einbauen – Denkmalschützer fürchtet neue Hürden

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11. Mai 2019, 05:00 Uhr

Derzeit stehen wieder einmal die Signale auf Grün im Bahnhof Lübstorf. Diesmal ist zu hoffen, dass die Sanierung des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes aber auch wirklich ans Ziel kommt. Nach dem zunächst vielversprechenden Termin von Bahnhofsbesitzer Tino Schauer mit Landrätin Kerstin Weiss und dem Chef der Unteren Denkmalschutzbehörde Peter Hamouz Anfang Februar in Wismar (SVZ berichtete) schien eigentlich alles positiv geregelt. Kurz darauf folgte ein katastrophales Vor-Ort-Treffen in Lübstorf von Peter Hamouz und seiner Mitarbeiterin mit Tino Schauer. Danach wollte dieser alles hinschmeißen. Es ging nicht nur um den Einbau der braunroten Fenster, die Tino Schauer nach Beratung mit in der Denkmalsanierung erfahrenen Beratern bereits für rund 15 000 Euro gekauft hatte. „Gegen den Einbau der Fenster hatten die beiden gar nichts mehr“, sagt Schauer. Gegen den Einbau hatte sich zuvor das Landes-Denkmalpflegeamt in Schwerin quer gestellt, weil die Mitarbeiterin meinte, Rotbraun sei doch ein besserer Farbton als Braunrot. Dieser Einwand spielte im Februar nun keine Rolle mehr.

Bei dem Vor-Ort-Treffen ging es um ein Gutachten für das im Fachwerkgebäude verbaute Holz, das Peter Hamouz noch einforderte. Tino Schauer beharrte darauf, dieses Gutachten sei nicht notwendig. Außerdem waren Hamouz und seine Mitarbeiterin nicht mit dem von Tino Schauer benannten Bauleiter einverstanden. „Ich brauche eigentlich keinen Bauleiter“, sagt er. Und kritisiert nach wie vor, dass die Denkmalbehörde ihm ständig teure Hindernisse in den Weg lege, statt jemanden wie ihn, der mit Herzblut dieses historisch bedeutsame Bauwerk mit viel Geld sanieren möchte, wo es geht zu unterstützen. Den Bahnhof hatte der Schweriner Herzog Johann Albrecht in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts nur für sich und seine Familie errichten lassen, um modern mit der Eisenbahn von Schwerin zu seinem Schloss Wiligrad reisen zu können.

Nach dem Katastrophen-Treffen sah Tino Schauer keine Zukunft mehr für sein Projekt. Doch: „Die Fenster können eingebaut werden und das ganze Projekt ist auf einem guten Weg“, sagte Landrätin Kerstin Weiss kürzlich der SVZ. „Ich habe mit Herrn Hamouz Rücksprache gehalten. Herr Schauer hat inzwischen das geforderte Gutachten eingereicht.“

„Ja, das stimmt“, sagt Tino Schauer. Doch er befürchtet nun den nächsten Konflikt. Das Holzgutachten habe den schon bekannten Umstand bestätigt, dass die Balken beim Bau des Bahnhofs eine Art schwarze Teerfarbe hatten, aber beim Anbau des Fürstenbereiches kurz danach rot gestrichen wurden. „Und wir wollen sie rot streichen. Wir haben als Zeitpunkt, auf den wir den Bau als Fürstenbahnhof hin restaurieren, diesen Moment festgelegt.“

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