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Unfall bei Agrarbetrieb : Braune Brühe flutet fünf Höfe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Biogasanlage: Havarie sorgt für Millionen-Schaden bei Göhren – defektes Ventil lässt 1500 Kubikmeter Gärrestsubstrat auslaufen

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erstellt am 06.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Der Start in den Montagmorgen war für fünf Familien in Göhren alles andere als dufte. Auch für die Mitarbeiter eines Settiner Landwirtschaftsbetriebes und Firmeninhaber  Sönke Hagge  gab es um 6.30 Uhr eine böse Überraschung: eine Havarie an der Biogasanlage.  Anwohner Jochen Stopperam  hatte es zunächst für Regenwasser gehalten, was da auf der Straße glänzte. „Ich habe mich noch gewundert, warum sich die Tür des Nachbarn so schön auf der Straße spiegelt. Es hatte ja gar nicht geregnet“, erklärt seine Frau. Als sie  aber die Fenster öffnete, war es zu riechen. Gärreste waren ausgelaufen. Und das in großen Mengen. Denn nicht nur auf der Dorfstraße stand die braun-glänzende Brühe, auch auf der Auffahrt der Stopperams sowie bei vier  Nachbarn hatte sich die Flüssigkeit ihren Weg gebahnt. Fassaden wurden verdreckt, in die Häuser drang aber nichts ein. Die Polizei wurde informiert, die Feuerwehren Tramm und Göhren sperrten die Straße.

Die Polizei spricht derzeit von einem Schaden, der in die Millionen geht. „Wir haben zudem eine Anzeige wegen Bodenverunreinigung aufgenommen“, erklärt Polizeisprecher Klaus Wiechmann  von der  Polizeiinspektion Ludwigslust. Laut Unterer Wasserbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim sind etwa 1500 Kubikmeter ausgeflossen.   Umgerechnet ist das der Inhalt von rund 90 Gülletransportern. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an. Laut Wiechmann  muss geklärt werden, wie und wodurch es zum Austritt so einer großen Menge flüssiger Gärreste kommen konnte. Sönke Hagge ist  ratlos: „Wir haben die Anlage vor vier Monaten neu in Betrieb genommen. An der Entsorgungsleitung ist ein Ventil aufgegangen und der Sensor, der den Fehler hätte melden müssen, hat das nicht getan.“ Um die betroffenen Grundstücke und Familien tut es Hagge sehr leid. „Wir versuchen alles, um den Schaden schnell zu beheben“, sicherte er zu. Seine Mitarbeiter waren gestern pausenlos im Einsatz.

„Natürlich ist das ärgerlich. Aber was willst du denn jetzt machen?“, sagt Manfred Hoffmann. Sönke Hagge habe ihm zugesichert, dass alle Schäden übernommen werden. „Du kannst doch keinen dafür erschlagen, dass ein Unfall passiert“, erklärt der Göhrener und schaut sich das Malheur auf seinem Hof noch einmal genau an. „Die Fassade ist eingesaut. Mal gucken, ob das abgeht. Aber es wird sich ein Weg finden“, schiebt er hinterher. 

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