Schwerin : Brandschutz: Kontrollen in Schulen längst überfällig

Im hinteren Bereich der Fritz-Reuter-Schule wird ein zweiter Rettungsweg gebaut.
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Im hinteren Bereich der Fritz-Reuter-Schule wird ein zweiter Rettungsweg gebaut.

An jeder zweiten Schule in der Landeshauptstadt sind die Fristen für Brandverhütungsschauen der Feuerwehr deutlich überschritten

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29. Mai 2017, 05:00 Uhr

Vor einem Jahr hatte eine Anfrage der Linken im Landtag erhebliche Defizite bei Brandschutzkontrollen an Schweriner Schulen aufgedeckt. Der damalige ordnungspolitische Sprecher der SPD-Stadtfraktion, Rico Badenschier, hatte daraufhin die Verwaltung aufgefordert, die Mängel umgehend zu beseitigen. „Die Brandschau ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von Bränden in Schulgebäuden. Die Sicherheit unser Schülerinnen und Schüler ist mir sehr wichtig“, erklärte der heutige Oberbürgermeister damals. Doch getan hat sich seither wenig. Bei mehr als der Hälfte aller Schweriner Schulen sind die Kontrollfristen erheblich überschritten.

„Leider ist es uns nicht gelungen, das vor einem Jahr avisierte Ziel zu realisieren und sämtliche Fristüberschreitungen bis zum zweiten Quartal 2017 aufzuholen“, berichtet Berge Dörner vom Zentralen Gebäudemanagement der Stadt (ZGM). „Vor einem Jahr war allerdings noch nicht absehbar, dass seit Anfang 2017 nur noch zwei statt drei Sachbearbeiter dafür zur Verfügung stehen“, so Dörner. „Wir stocken aber wieder auf. Der neue Kollege fängt in wenigen Wochen an“, berichtet Dr. Stefan Jacobi, der Chef der Berufsfeuerwehr. Er versichert, dass seitens der Feuerwehr mit Hochdruck am Abbau des Terminverzugs bei den Brandverhütungsschauen gearbeitet werde.

Gelungen sei, die Defizite zu verringern. „Mehr als drei Jahre wird die Frist in keinem Fall mehr überschritten“, berichtet Dörner. Vor einem Jahr gab es noch eine ganze Reihe von Schulen, bei denen die Fristen um fünf oder sechs Jahre, in einigen Fällen noch länger überschritten wurden.

Wie sieht der Sachstand konkret aus? Auf der Liste der zu kontrollierenden Schule stehen 46 Objekte – 29 allgemeinbildende und 17 berufliche Schulen. Bei 20 gibt es keine Fristüberschreitung bei den Brandschutzkontrollen. Bei den anderen 26 bewegt sich der Zeitverzug der Überprüfungen zwischen einigen Monaten und vier Jahren. „Bei acht Schulen haben wir Fristüberschreitungen von drei bis vier Jahren. Das heißt, die Kontrollen hätten 2014 durchgeführt werden müssen“, räumt Dörner ein.

Doch beim Thema Brandschutz an Schulen geht es nicht nur um die Überprüfungen durch die Feuerwehr, sondern auch die Herstellung entsprechender baulicher Voraussetzungen für die Sicherheit der Schüler. „Das ZGM ist ständig bemüht, den Brandschutz an Schulen, Horten und Kindertageseinrichtungen zu verbessern“, erklärt Berge Dörner, der Abteilungsleiter Neubau und Investitionen. Das ZGM habe speziell für diese Thematik eine Projektgruppe gebildet. Vertreten sind darin die Feuerwehr, das Schulamt, die Kita gGmbH und das ZGM. Die Stadt habe im Haushalt für 2017 und 2018 je 450 000 Euro für notwendige Verbesserungen eingeplant, beim ZGM wurden für 2017 weitere 300 000 für Kitas und Horte eingestellt. „Die beanstandeten Punkte werden in Abhängigkeit von Priorität und finanziellen Möglichkeiten bearbeitet“, so Dörner. Beim Bau des zweiten Rettungsweges in der Fritz-Reuter-Schule etwa rede die Denkmalpflege ein gewichtiges Wort mit. Beim City-Hort sei es ähnlich. „Da haben wir Notrutschen ähnlich wie bei Flugzeugen angeschafft. Dort sind Rettungsübungen jetzt immer ein Gaudi für die Kinder.“



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