Neuer Verwaltungschef : Bosselmann rückt an Amtsspitze

Die neue Amtsspitze von  Stralendorf: Wittenfördens Bürgermeister Manfred Bosselmann  (M.) ist Amtsvorsteher. Der Stralendorfer Bürgermeister   Helmut Richter (l.) erster Stellvertreter, Bodo Wissel aus  Wittenförden zweiter Stellvertreter.
Die neue Amtsspitze von Stralendorf: Wittenfördens Bürgermeister Manfred Bosselmann (M.) ist Amtsvorsteher. Der Stralendorfer Bürgermeister Helmut Richter (l.) erster Stellvertreter, Bodo Wissel aus Wittenförden zweiter Stellvertreter.

Bürgermeister von Wittenförden zum Vorsteher der Stralendorfer Verwaltung gewählt

svz.de von
09. Juli 2014, 12:00 Uhr

An der Spitze des Amtes Stralendorf steht ein neuer Mann, der zugleich ein Altbekannter ist: Die Mitglieder des Amtsausschusses wählten den Wittenfördener Bürgermeister Manfred Bosselmann zum Vorsteher und damit zum ehrenamtlichen Chef der Verwaltung für die neun Gemeinden mit mehr als 11000 Einwohnern. Mit zehn zu sechs Stimmen setzte sich der langjährige SPD-Kommunalpolitiker gegen dem Pampower Gemeindevertreter Rüdiger Naber (CDU) durch. Der Jurist in Landesdiensten hatte in seiner Bewerbungsansprache betont, dieses Amt parteienunabhängig und im Interesse aller Gemeinde ausüben zu wollen. Doch die Mehrheit im Amtsausschuss konnte Naber damit nicht überzeugen. Denn es gibt eine neue Konstellation im Amtsausschuss: Die fünf CDU-Mitglieder aus drei Gemeinden, darunter Rüdiger Naber, haben sich zu einer Fraktion zusammengeschlossen. „Wir wollen so die Arbeit im Amtsausschuss effektiver gestalten“, sagt der Fraktionschef Dr. Daniel Pracht aus Wittenförden.

Mit dieser Neuerung stoßen die Christdemokraten allerdings auf wenig Gegenliebe bei ihren Amtskollegen. Und das gilt nicht nur für den SPD-Mann Bosselmann, denn alle weiteren Mitglieder im Amtsausschuss sind parteilos, haben ihre Mandate in den Gemeinden in Wählergemeinschaften oder als Einzelbewerber sowie in einem Fall auf einer SPD-Liste errungen.

Der Vorschlag der CDU, die Ausschüsse nach dem Verhältnisrecht zu besetzen, weil es ja eine Fraktion gibt, wurde abgeschmettert. Dr. Daniel Pracht unterlag bei der Wahl des zweiten stellvertretenden Amtsvorstehers gegen Bodo Wissel, ebenfalls Gemeindevertreter aus Wittenförden und bislang Amtsvorsteher. Marianne Facklam, die neue CDU-Bürgermeisterin aus Holthusen, schaffte es nicht in den Finanzausschuss. Dr. Pracht wertete die Sitzung dennoch als Erfolg: „Wir sind als CDU-Fraktion in allen Ausschüssen vertreten, nur im Finanzausschuss nicht.“ So ist mit Rüdiger Naber ein Pampower und ein CDU-Mitglied neu im Verwaltungsausschuss, dem wichtigsten Gremium nach dem Amtsausschuss.

Amtsvorsteher Manfred Bosselmann machte schon während einer Beratungspause deutlich, dass er die rechtliche Prüfung der Fraktionsbildung veranlassen werde. Dr. Pracht beruft sich auf die Geschäftsordnung. Darin steht, dass dem Amtsvorsteher die Bildung von Fraktionen anzuzeigen ist. „Das haben wir getan“ , betont der CDU-Mann.

Manfred Bosselmann hält Fraktionen im Amtsausschuss hingegen für überflüssig, da es in diesem Gremium um den Interessensausgleich der Gemeinden geht. Rückenwind für diese Auffassung erhält der Amtsvorsteher aus dem Schweriner Innenministerium. Auf SVZ-Anfrage hieß es gestern aus dem CDU-geführten Haus: „Die Kommunalverfassung MV lässt Fraktionsbildungen in Amtsausschüssen nicht zu ... Grund dafür ist, dass der Amtsausschuss vorrangig dem Ausgleich der Gemeindeinteressen bei der Willensbildung des Amtes dient und nicht dem Ausgleich der Auffassungen der im Amtsausschuss vertretenen Parteien oder Wählervereinigungen.“ Das sieht Dr. Pracht anders. Er will nun das Ergebnis der rechtlichen Prüfung abwarten.

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