Naturschutzgebiet "Warnowtal bei Karnin" : Bootstouren auf der Warnow verboten

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Im Naturschutzgebiet "Warnowtal bei Karnin" müssen die Boote an Land bleiben. Bootstouren aller Art zwischen der Straßenbrücke bei Langen Brütz und Zaschendorf wurden untersagt. Begründung: der niedrige Wasserstand.

svz.de von
16. Juni 2012, 03:01 Uhr

Karnin | Im Naturschutzgebiet "Warnowtal bei Karnin" müssen die Boote an Land bleiben. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg hat gestern Bootstouren aller Art zwischen der Straßenbrücke bei Langen Brütz und Zaschendorf untersagt. Begründung: der niedrige Wasserstand der Warnow. Derzeit liegt der nahe Karnin bei nur noch zehn Zentimetern. Bootsverkehr hier würde insbesondere die streng geschützte Bachmuschel (Unio crassus) gefährden.

In den zurückliegenden Wochen und Monaten hat es so wenig geregnet, dass der Pegel gerade in den Durch bruchstälern der Warnow immer weiter sinkt. Bei Karnin gleicht die Warnow aufgrund ihres Gefälles sogar einem Mittelgebirgsbach. Hier herrscht eine besonders hohe Artenvielfalt. Schon seit 2004 genießt dieses Gebiet den höchsten Schutz. Daher ist im Naturschutzgebiet "War nowtal bei Karnin" das Befahren der Warnow mit Wasserfahrzeugen aller Art grundsätzlich nicht erlaubt. Bei ausreichenden Wasserständen wurde dies bislang geduldet, heißt es vom StALU.

Als ausreichend gilt dabei ein Wasserstand von mindestens 30 Zentimetern. Daran haben sich auch die Vertreter des Staatliches Amtes, der Naturparkverwaltung und Kanu-Anbieter orientiert, als sie im Vorjahr eine "Freiwillige Vereinbarung zum Kanutourismus im Bereich des Naturparkes Sternberger Seenland sowie dem Westteil des Naturparkes Nossentiner/Schwinzer Heide" abgeschlossen haben. Wenn der Wasserstand an der flachsten Stellen eines Flussabschnittes unter 30 Zentimeter fällt, sollte dieser nicht mehr mit Kanus befahren werden. "Leider ist diese Vereinbarung nicht in dem erforderlichen Maß umgesetzt worden und auswärtige Kanutouristen sind über diese Vereinbarung nicht gebunden, so dass eine Sperrung des Warnowabschnittes bei Karnin unumgänglich geworden ist", teilt das StALU mit. Hier sollen in Kürze Verbotsschilder aufgestellt werden. Mit Hilfe des so genannten Rot-Grün-Pegels soll künftig die Befahrbarkeit oder Sperrung angezeigt werden. Wer jetzt dennoch sein Boot oder Kanu bei Langen Brütz in die Warnow einsetzt und flussabwärts paddelt, muss mit einem Verwarn- oder Bußgeld rechnen.

Das Verbot ist vorerst nur für den Warnowabschnitt bei Karnin ausgesprochen. Gabriele Frohberg vom Parchimer Naturschutzbund (Nabu) weist jedoch darauf hin, dass auch im anderen markanten Warnowdurchbruchstal bei Groß Görnow der Pegel gefallen ist und nur noch bei 28 Zentimetern liegt. Ein Befahren der Warnow ab Brücke Sternberger Burg über Groß Görnow bis zur Brücke Eickhof sollte daher unterbleiben - gemäß der freiwilligen Vereinbarung zum Kanutourismus, fordert Frohberg. Und die Fachfrau vom Nabu ergänzt: In dem Warnowabschnitt zwischen der Rönkendorfer Mühle und der Brücke Gädebehn sind schon im April Wasserstände von nur 25 Zentimeter festgestellt worden. Auch der Wasserstand der Bresenitz liegt seit Wochen unter den 30 Zentimetern.

An allen Flussabschnitten von Warnow, Mildenitz und Bresenitz mit Flachwasserstrecken wird der Pegelstand gemessen. Auf der Homepage des Fördervereins vom Naturpark Sternberger Seenland (www.sternberger-seenland.de) können die aktuellen Stände unter der Rubrik Wasserwandern/aktuelle Pegelstände abgerufen werden, informiert das Staatliche Amt für Umwelt.

Aber nicht überall ist das Bootfahren auf der Warnow unmöglich. Zwischen Gustävel und Weitendorf oder auch flussabwärts ab Eickhof schlängelt sich der Fluss durch flachere Landschaftsabschnitte, führt dementsprechend mehr Wasser. Kanuten und Bootsfahrer sollten dorthin ausweichen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen