Schwerin erhöht die Mieten für Erholungs- und Freizeitgrundstücke : Bootshauspächter müssen mehr zahlen

<fettakgl>Fast um das Dreifache gestiegen</fettakgl> sind die Pachten auf der Werderwiese, Europas größter zusammenhängender Bootshausanlage. <foto>Juliane Haendschke</foto>
1 von 1
Fast um das Dreifache gestiegen sind die Pachten auf der Werderwiese, Europas größter zusammenhängender Bootshausanlage. Juliane Haendschke

Kleingärtner und Bootshauspächter in Schwerin müssen im laufenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Nachdem die Landeshauptstadt eine Erhöhung der Mieten und Pachten bereits angekündigt hatte, macht sie jetzt ernst.

svz.de von
07. Januar 2013, 06:51 Uhr

Schwerin | Die Landeshauptstadt bessert 2013 ihre Einnahmen auf: Kleingärtner und Bootshauspächter in Schwerin müssen im laufenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Nachdem die Stadt eine Erhöhung der Mieten und Pachten für ihre etwa 1500 Freizeit- und Erholungsgrundstücke angekündigt hatte, macht sie jetzt ernst. Das kündigt Stefan Schlick an, stellvertretender Leiter des Amts für Liegenschaften. Mehr als 390 000 Euro wird die Stadt 2013 voraussichtlich einnehmen, im vergangenen Jahr waren es noch 230 000 Euro. Lagen die Mieten im vergangenen Jahr noch bei etwa einem Euro pro Quadratmeter, stiegen sie nun auf 1,30 bis 3,40 Euro pro Quadratmeter, wie Schlick mitteilt. Der unabhängige Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat die Höhe der neuen Mieten festgelegt. Die vormals pauschal erhobenen Preise berücksichtigen nun auch die Lage der einzelnen Grundstücke, so ist "in exponierter Lage eine höhere Miete zu entrichten als in Randlagen". Damit liegen die Pachten in Schwerin auch nach der Erhöhung deutlich unter denen anderer Standorte. So zahlen Bootshausbesitzer in Plau am See bis zu fünf Euro pro Quadratmeter und Jahr.

Dennoch wollen sich das jetzt aber nicht alle Vereine klaglos gefallen lassen. Mit einem Verein werde es voraussichtlich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen, sagt Schlick. Doch "trotz der teilweise deutlichen Mietpreissteigerung, die sicher nicht zur Freude der zahlreichen Nutzer städtischer Erholungs- und Freizeitgrundstücke erfolgte, stießen die Erhöhungsverlangen der Stadt auf breite Akzeptanz". So haben zwei Vereine unter anderem auf der Schwanenhalbinsel erstmals mit der Stadt einen Mietvertrag geschlossen und sich sogar zur Zahlung rückständiger Nutzungsentgelte verpflichtet.

Bei den Bootshauspachten hat Schwerin eine Monopolstellung inne. Die Stadt verpachtet bislang nahezu als alleiniger Anbieter Bootshäuser im Stadtgebiet. Damit garantiere sie, "Preise für Erholungs- und Freizeitgrundstücke langfristig stabil zu halten", wie es in einem verwaltungsinternen Schreiben heißt. Im Dezember 2011 hatte die Stadtvertretung einer Erhöhung der Mieten und Pachten befürwortet. Seit dem Jahr 2004 hatte die Verwaltung auf eine entsprechende Anhebung verzichtet. Gleichzeitig bezieht die Stadt auch erstmalig Mieter und Pächter in eine Erhöhung mit ein, deren Verträge vor dem Jahr 1990 geschlossen worden waren. Diese hatten bislang noch weniger als einen Euro pro Quadratmeter gezahlt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen