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19. Oktober 2017 | 15:01 Uhr

Bootshauspacht steigt auf 340 Prozent

vom

svz.de von
erstellt am 14.Dez.2011 | 06:46 Uhr

Schwerin | Auf dieses Weihnachtsgeschenk können die Besitzer von Bootshäusern in Schwerin sicher verzichten: Die Stadt will die Grundstücksmieten deutlich erhöhen.

Zahlten die Pächter von so genannten Freizeit- und Erholungsgrundstücken bisher im Allgemeinen einen Euro pro Quadratmeter im Jahr - Inhaber von DDR-Altverträgen noch weniger - so soll der Preis auf bis zu 3,40 Euro angehoben werden. Dabei will die Stadt differenzieren je nach Lage und Nutzung der Grundstücke. Am Beutel wird daher ein höherer Pachtzins fällig als beispielsweise auf der Werderwiese. Der Minimalpreis soll 1,30 Euro betragen.

Im Hauptausschuss fand der Vorschlag der Stadtverwaltung allgemeine Zustimmung. Die Stadtvertreter sind sich der Brisanz des Themas bewusst. Manfred Strauß (fraktionslos) geht davon aus, dass es "einen Aufschrei" geben wird. Und Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow weiß, dass die Pachterhöhung "ein heißes Eisen" ist.

Dabei ist schon lange bekannt, dass die Erhöhung kommen wird, steht doch ein Betrag von insgesamt 155 000 Euro im Haushaltskonsolidierungskonzept. Und genau dieser Betrag soll nun zusätzlich von den Bootshausbesitzern eingetrieben werden. "Wir haben dazu ein Gutachten erarbeiten lassen", sagte Stefan Schlick, Abteilungsleiter Liegenschaften in der Stadtverwaltung. "Damit sind auf der Basis von Bodenrichtwerten die ortsüblichen Preise ermittelt worden."

Betroffen sind die Inhaber von rund 700 Einzelverträgen. Dazu kommen etwa 300 Verträge, die mit Vereinen und Verbänden abgeschlossen wurden. "Da die Mitgliederzahlen der Vereine nicht bekannt sind, wissen wir auch nicht, wie viele Personen tatsächlich betroffen sind", so Stefan Schlick.

Im Hauptausschuss verteidigte die Oberbürgermeisterin die Verwaltungsvorlage. "Die Erhöhungen sind moderat. Ich kann keine sozialen Verwerfungen erkennen." Gerd Böttger, Chef der Linksfraktion, pflichtete ihr bei. "Die Preise sind für exponierte Standorte noch sehr verträglich. In der Regel werden Leute betroffen sein, die über ein gewisses finanzielles Potenzial verfügen." Böttger sprach von "sozialistischen Preisen" im Vergleich zu anderen Standorten. Ein Beispiel: In Plau am See müssen bis zu fünf Euro pro Quadratmeter im Jahr bezahlt werden. Die Verwaltungsvorlage zum "Ausschöpfen der Erhöhungsmöglichkeiten bei Nutzungsentgelten für Freizeit- und Erholungsgrundstücke" wird jetzt in den Ausschüssen der Stadtvertretung diskutiert. Wegen der langen Vorbereitungszeit und der einzuhaltenden Kündigungsfristen sollen die neuen Preise erst ab dem 1. Januar 2013 gelten.

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