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18. Dezember 2017 | 17:40 Uhr

Bombe unter Sporthalle vermutet

vom

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erstellt am 20.Jan.2012 | 06:27 Uhr

Feldstadt | Ein Fund mit Sprengkraft oder nur ein rostiges Rohrgestänge? Was etwa 200 Kindern schulfreie Tage bringt, bedeutet für Sprengmeister Burkhard Pohl und den Munitionsbergungsdienst Konzentration und Einsatz: Unter der Sporthalle der Niels-Stensen-Schule in der Schäferstraße vermuten die Spezialisten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, "ein altes Rohrgestänge oder eine Metallplatte", sagt Wolfgang Dähn vom Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz. Eine Bombe müsse vernichtet werden. Schon dreimal haben Spezialisten auf dem Schulgelände nach Bomben gegraben und Altmetall gefunden.

"Aber wir brauchen Gewissheit", sagt Vize-Oberbürgermeister Dr. Wolfram Friedersdorff. Die Untersuchung kostet die Stadt etwa 10 000 Euro. Während die Bauarbeiten auf dem Schulgelände ruhen und Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht Fahrverbot haben, rückt eine Spezialfirma an. Sie reißt am kommenden Montag den Boden in der Sporthalle auf. Das verdächtige Gebilde hatte der Katastrophenschutz in etwa zwei Meter Tiefe geortet. Unregelmäßigkeiten im Erdmagnetismus hatten die Fachleute aufmerksam gemacht. Luftaufnahmen der Alliierten verhärteten den Verdacht.

"Wir graben uns bis zu dem verdächtigen Gegenstand vor, erst dann haben wir Gewissheit", sagt Sprengmeister Pohl. Für das aufwändige Vorhaben müssen die Spezialisten durch den Betonboden durchbrechen, Erde ausheben und "Ringe mit einem Durchmesser von 2,5 Metern setzen, die die Grube stabilisieren", erklärt er. Nach ersten Untersuchungen könnte es sich um eine 75-Kilo-Fliegerbombe handeln. "Das wäre der Ernstfall", sagt Pohle. Dann müsste die Polizei die Evakuierung einleiten - "der Radius ist dann abhängig, von dem Fund", sagt Friedersdorff.

"Bei allen Bombenfunden haben wir bislang Aufschlagzünder vorgefunden", erklärt der Sprengmeister. Dann werden Zünder und Bombe getrennt und die Gefahr ist entschärft. Dramatischer sind so genannte Langzeitzünder - "dann kann es auch zu einer Sprengung vor Ort kommen, ein Abtransport wäre zu gefährlich", so Pohle.

Eine weiträumige Evakuierung wäre die Folge. Für jedes Szenario hat die Stadt Evakuierungspläne vorbereitet. Sollte es sich um eine Fliegerbombe handeln, müssen die 126 Bewohner des Augustenstiftes, die Schüler und Bewohner der umliegenden Straßen ausquartiert werden.

Bei den jüngsten Bombenfunden in der Schäferstraße, auf dem Gelände des Augustenstiftes und in der Von-Flotow-Straße hatten Polizei, Feuerwehr und Ordnungsdienst bereits Erfahrungen gesammelt. Am Bürgertelefon bekommen Betroffene unter der Rufnummer 0385 - 5000 444 Auskunft über den aktuellen Stand der Bombensuche.

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