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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 04:34 Uhr

Sülstorf : Blutspende-Team kommt nicht mehr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

DRK streicht Termine für den freiwilligen Aderlass im Feuerwehrhaus / Bürgermeister Busse hat eine Sonderlösung ausgehandelt

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 23:18 Uhr

Wer helfen will, muss nur die Ärmel hochkrempeln. Mit diesem Slogan wirbt das Rote Kreuz fürs Blutspenden. Seit mehr als zehn Jahren war das für die Einwohner von Sülstorf auch der Fall. Doch seit diesem Jahr gibt es den freiwilligen Aderlass im Ort nicht mehr. „Es ist den Damen vom Blutspende-Team wohl zu kalt. Sie kommen jetzt nicht mehr zu uns“, erklärt eine der freiwilligen Helferinnen von der Feuerwehr Sülstorf. Sie und andere Frauen aus dem Ort hatten in der Vergangenheit immer mit angepackt, wenn sich die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuz (DRK) zum Blutspende-Termin in den Räumen der Feuerwehr eingefunden haben. „Wir haben beim Schmieren der Brötchen geholfen, den Raum aufgeschlossen und uns mit um die Spender gekümmert“, erklärt die Sülstorferin. Doch das ist nach dem Termin letzten Ende Dezember wohl Geschichte.

Zum letzten Termin im vergangenen Jahr seien zu wenige Spender gekommen, erklärt das DRK auf Nachfrage der Redaktion. Im Ort hat man dafür aber eine Erklärung: Die Hinweiskarten, die mit dem nächsten Termin zum Blutspenden versehen waren, seien erst zwei Tage nach dem Spendetermin angekommen. „Da muss man sich dann auch nicht wundern, wenn nur wenige auftauchen. Die meisten Spender pinnen sich die Karte an den Kühlschrank, so dass sie den Termin auf keinen Fall vergessen“, erklärt einer der langjährigen Spender.

Die Statistik des DRK spricht jedoch klare Worte. „Wir hatten bei den vier Terminen in Sülstorf im vergangenen Jahr immer weniger als 20 Spender, beim letzten sechs“, berichtet Iris Kraus nach einem Blick in die Bücher. Die Leiterin für Werbung und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des DRK bedauert die Streichung, doch ihr seien die Hände gebunden. Es gäbe klare Vorgaben: „Die Anzahl der Spender sollte zwischen 40 und 50 Personen bei einem Termin liegen. Sonst rechnet sich das für uns einfach nicht. Es ist ja auch eine bestimmte Anzahl an Personal, das wir für so einen Außentermin vorhalten müssen“, erklärt Kraus. Zudem seien die Vor-Ort-Spendeteams des DRK von sieben auf fünf reduziert worden. „Schon allein aus dem Grund musste geschaut werden, wo welche Außenstellen noch Sinn machen. Mit der Temperatur der Räume hatte das nichts zu tun.“

Sülstorfs Bürgermeister Horst Busse ist überrascht: „Und das nicht im positiven Sinne. Man kann uns doch nicht die Blutspendetermine streichen. Ich dachte immer, das DRK ist froh über jede Spende. Aber das ist wohl doch nicht so“, sagt er enttäuscht. Doch so schnell gibt Busse nicht klein bei. Er hat nachgehakt. „Wir haben uns geeinigt, dass wir größere Feste und Ereignisse in der Gemeinde nutzen, in Kontakt bleiben und an diesen Tagen mit einem Blutspende-Team vor Ort sind“, erklärt Kraus.

 

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