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Platz trägt ihren Namen : Blumenfrau schaut auf ihre Buga

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bertha Klingberg sammelte 17 000 Unterschriften für die Landeshauptstadt, eroberte Herzen im Sturm und gab einem Platz ihren Namen

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erstellt am 04.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Eine 91-Jährige startet im Jahr 1990 eine Unterschriftenaktion: „Unser Schwerin muss Landeshauptstadt werden“. Mehr als 17 000 Menschen unterschreiben – ein voller Erfolg. „Für ihr großes Engagement wurde Bertha Klingberg 1993 die erste und bisher einzige Trägerin des Ehrenrings der Landeshauptstadt Schwerin“, sagte der damalige Oberbürgermeister Norbert Claussen in einem Nachruf am 7. November 2005, dem Todestag der stadtbekannten Blumenfrau.

Heute sitzt Bertha Klingberg auf einer Mauer am Burgsee. Von Bernd Streiter in Bronze gegossen schweift ihr Blick bescheiden und liebevoll lächelnd wie gewohnt über den einstigen Eingangsbereich der Schweriner Bundesgartenschau von 2009. Ein fröhlicher Piepmatz begleitet ihren Blick hinüber zum Platz, der seit seiner Sanierung ihren Namen trägt, zentraler Veranstaltungsort geworden ist und die Blumenfrau für immer mit ihrer Landeshauptstadt und der Buga verbindet. Auf ihrem 102. Geburtstag hatte Bertha Klingberg noch ihren größten Wunsch kund getan: Sie wollte die Buga eröffnen, die sie allerdings nicht mehr erlebte. Stattdessen wurde sie Botschafterin Schwerins.

Bertha Klingberg hat am 21. Oktober 1898 in Hamburg das Licht der Welt erblickt. Sie wuchs bei Ihren Großeltern in Bützow auf, aber ihre Lieblingstante wohnte in Schwerin. Als Zehnjährige erwischt sie Großherzog Friedrich-Franz II. im abgezäunten Schlossgarten. Die Liebe zu Blumen hatte sie dazu getrieben, über den Zaun zu klettern. Sie eroberte das Herz des Großherzoge. Fortan durfte sie kommen, wann sie wollte. Mit 14 lernt sie in Rostock das Blumenbinden. Als ihr Ehemann im Ersten Weltkrieg sein Leben lässt, kehrt sie nach Schwerin zurück – mit ihrem Sohn. Was ihr Garten hergab, verkaufte sie auf dem Schlachtermarkt. Ihr erster Kunde war ein russischer Offizier. Danach wuchs ihr Kundenkreis. In ihrer farbenfrohen Tracht eroberte Bertha Klingberg viele Herzen im Sturm. Sie kannte ihre Kunden. Dass sie sich noch in hohem Alter für ihr Schwerin einsetzte, zeigt einmal mehr ihre Engagement für das Gemeinwohl. „Mit Trauer und Dankbarkeit werden wir uns stets an Bertha Klingbergs unermüdliches Wesen und ihre unglaubliche Energie erinnern“, so Claussen in seinem Nachruf. Wer sich neben der bronzenen Statue niederlässt, kann noch heute das friedliche Wesen Schwerins spüren – wohl so, wie die Blumenfrau ihre Stadt sah.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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